Aufgrund der hohen Lohnkosten in Deutschland
Autozulieferer planen Verlagerung

Jeder zweite deutsche Autozulieferer plant derzeit, Produktionsstätten nach Osteuropa oder China zu verlagern. Das ist das Ergebnis einer Studie über den Automobilmarkt, den die Unternehmensberatung Ernst & Young am Montag zur Messe „Automechanika“ in Frankfurt vorstellte.

HB FRANKFURT. Ausschlaggebend seien die niedrigen Lohn- und Produktionskosten in diesen Regionen. Gut ausgebildete und flexible Arbeitskräfte machten Osteuropa und China zu attraktiven Standorten. Dagegen stünden steuerliche Aspekte im Hintergrund. „Der Automobilstandort Deutschland ist durchaus in Gefahr“, lautet das Ergebnis. Auch in Forschung und Entwicklung stehe man im harten Standortwettbewerb. Daher forderte Fuß verstärkte Investitionen in Bildung, um den Wissensvorsprung in Deutschland langfristig zu halten.

"Der Kostendruck in der Automobilbranche ist gerade in der schwachen Konjunktur enorm", erläuterte Fuß. Auch die Nähe zu den Automobilherstellern bei der Erschließung neuer Märkte sei nicht der wichtigste Punkt. "Es ist für einen Zulieferer nicht mehr zwingend notwendig, einem Autoproduzenten ins Ausland zu folgen", sagte Fuß und verwies auf die heutzutage ausgereiften Logistik-Konzepte.

Derzeit produziert laut Studie fast jeder dritte deutsche Zulieferer auch in Osteuropa, jeder sechste in China. „Die Verlagerung der Produktion bietet die womöglich letzte Chance, die Kosten zu reduzieren und weiter im Wettbewerb bestehen zu können“, hieß es. In Ungarn betrügen die Stundenlöhne teilweise nur 15 bis 20 Prozent und die Gehälter rund 25 Prozent der Kosten in Deutschland. Im weltweiten Standortvergleich bewerteten die Autozulieferer China und Tschechien am besten, gefolgt von Ungarn und Polen.

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