Aufgrund höherer Tabaksteuer
Phillip Morris erwägt Werkschließung

Wegen der geplanten Tabaksteuererhöhung erwägt der Zigarettenhersteller Philip Morris die Schließung seines Werkes in München. „Es wird in jedem Fall ein Fragezeichen für das Werk München im Raum stehen. Wir müssen mit Volumensrückgängen von 20 und mehr Prozent rechnen“, sagte Deutschland-Vertriebschef Hermann Striebel der „Welt am Sonntag“. Philip Morris produziert unter anderem die Marken Marlboro und f6.

HB MÜNCHEN. Betroffen wären 750 Arbeitsplätze in der Zigarettenproduktion. Die ohnehin von Finanzproblemen geplagte Stadt München würde damit auch ihren größten Gewerbesteuerzahler verlieren. Der Rückzug aus Bayern könnte nach den Worten Striebels relativ schnell erfolgen: „Bei einer derartigen Verlagerung denkt man in Zeiträumen von eineinhalb bis zwei Jahren.“

Vollkommen offen ist dem Bericht zufolge die Zukunft der Hauptverwaltung von Philip Morris, die sich ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt befindet. Dort arbeiten nochmals 450 Beschäftigte. In München werden derzeit rund 14,5 Milliarden Zigaretten pro Jahr produziert.

Die Bundesregierung will nach einem Vorschlag des Finanzministeriums die Tabaksteuer in 18 Monaten in drei Schritten um jeweils 1,5 Cent pro Zigarette erhöhen. Im Jahr 2005 würde eine Packung mit 19 Zigaretten dann mindestens 4,30 Euro kosten.

Die Philip Morris GmbH hat in Deutschland mit Zigarettenfabriken in Berlin, München und Dresden rund 3000 Beschäftigte. Bei einem Umsatz von 6,5 Milliarden Euro hat sie in Deutschland einen Marktanteil von 37,2 Prozent. Mit den Einnahmen aus der höheren Tabaksteuer will die rot-grüne Bundesregierung vom kommenden Jahr an versicherungsfremde Leistungen im Gesundheitswesen finanzieren.

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