Aufholjagd
Audi nimmt mehr Geld in die Hand

Die VW-Tochter Audi greift nach dem Rückschlag im Zuge der Autokrise wieder an. Bis 2012 wollen die Ingolstädter sieben Milliarden Euro investieren. Ziel ist die Marktführerschaft im Premiumsegment. Doch noch haben BMW und Mercedes die Nase vorn.
  • 1

MÜNCHEN. Audi will durch hohe Investitionen in die Modellpalette in den nächsten drei Jahren die Konkurrenten BMW und Mercedes überholen. „Wir werden bis Ende 2012 7,3 Mrd. Euro investieren“, sagte Audi-Finanzvorstand Axel Strotbek dem Handelsblatt. „80 Prozent der Summe gehen in neue Produkte“, betonte er. Der jetzt verabschiedete Investitionsplan gilt für die Jahre 2009 bis 2012. Audi hat sich zum Ziel gesetzt, bis Mitte des kommenden Jahrzehnts der führende Premiumhersteller der Welt zu werden. Im Jahr 2008 hatte Audi noch mit etwas mehr als einer Million abgesetzten Autos hinter Mercedes (knapp 1,3 Mio.) und BMW (mehr als 1,4 Mio.) gelegen.

Die Krise hat den Ambitionen der Ingolstädter zunächst einen Dämpfer verpasst. So drosselte Audi die Produktion und stellte Investitionen, beispielsweise in Gebäude und IT-Ausrüstung, zurück. Doch nach den scharfen Einbrüchen zu Beginn des Jahres zieht die Nachfrage seit den Sommermonaten wieder an. So wird Audi das bereits erhöhte Jahresziel von 925 000 verkauften Autos übertreffen. Kalkulierte die VW-Tochter zu Beginn des Jahres noch mit einem Minus von zehn Prozent für das Gesamtjahr, so liegt das Minus Ende November nur noch bei 5,4 Prozent. „Wir werden das vierte Quartal im Ergebnis besser abschließen als das dritte“, sagte Strotbek.

Umsatzrendite liegt bei mehr als fünf Prozent

Insgesamt will Audi eine Umsatzrendite von mehr als fünf Prozent in diesem Jahr erzielen – und damit einen besseren Wert als die Konkurrenten aus Stuttgart und München. Während Daimler ein Verlust droht, dürfte BMW 2009 mit einer knappen schwarzen Null abschließen. Experten und Konkurrenten bezweifeln allerdings die volle Vergleichbarkeit der Audi-Zahlen, da die Ingolstädter Teil des VW-Rechnungswerkes sind. Auf jeden Fall will Audi seine Investitionen aus eigener Kraft finanzieren. „Die Investitionen werden wir aus dem Cash-Flow bestreiten“, sagt Strotbek.

Audi bringt in den kommenden Monaten das überarbeitete Modell A8, den komplett neuen A7 und überarbeitete Versionen von A3 und A6 auf den Markt. Premiere feiert der A1, der ab Sommer die Kleinwagenmarke Mini von BMW angreifen soll.

Während der westeuropäische Markt weiter unter Druck bleibt, profitiert Audi von seiner starken Stellung in China. Allein im November verkaufte Audi dort 16 500 Fahrzeuge – doppelt so viele wie im Vorjahresmonat. Insgesamt will Audi 150 000 Autos in dem Riesenreich absetzen, ein Drittel mehr als 2008. „China hat großes Potenzial. Ein Wachstum von 50 bis 60 Prozent verträgt aber kein Markt auf Dauer“, sagt Strotbek. Audi geht dennoch nicht „von einer harten Landung“ in China aus. Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer rechnet damit, dass die Marke bis 2012/13 250 000 Autos pro Jahr in China verkaufen wird. Damit wäre China der wichtigste Einzelmarkt. Ein Großteil der Fahrzeuge wird dann vor Ort gebaut.

Seite 1:

Audi nimmt mehr Geld in die Hand

Seite 2:

Kommentare zu " Aufholjagd: Audi nimmt mehr Geld in die Hand"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Positiv Denken !
    Auf auf ihr gutbezahlten Manager, tut was für euer Geld.
    Schürt Hoffnungen und schmeisst das Geld zum Fenster hinaus in einer Zeit, wo ein weiterer Abstieg doch offensichtlich ist.
    Die Lügenpropaganda nützt nichts. Die Realität holt uns alle ein.
    Aber leider mögen es viele Menschen den Kopf in den Sand zu stecken, in der Hoffnung es wird alles gut....
    Frohe weihnachten !

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%