Aufholjagd mit revolutionärem Reifen: Michelin verliert Pole Position

Aufholjagd mit revolutionärem Reifen
Michelin verliert Pole Position

Das vergangene Jahr war für den französischen Reifenhersteller Michelin kein leichtes: Der Chef ist gestorben, hohe Rohstoffkosten haben auf den Gewinn gedrückt und zu allem Überfluss hat auch noch ein Konkurrent die Marktführerschaft übernommen. Die Zukunftaussichten sind jedoch nicht zuletzt wegen eines revolutionären neuen Reifens gut.

HB PARIS. Ohne Berücksichtigung von Einmalposten gab das operative Ergebnis 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent nach. Mit 1,34 Mrd. Euro lag es jedoch noch über den Prognosen der Analysten, die im Durchschnitt 1,33 Mrd. Euro prognostiziert hatten. Der Nettogewinn fiel wegen hoher einmaliger Umstrukturierungskosten um 35 Prozent auf 572 Mill. Euro, während die Umsätze um 5,1 Prozent auf 16,384 Mrd. stiegen.

Für 2007 werden kräftige Umsatz- und Renditesteigerungen erwartet. Michelin will daher die Dividende um 7,4 Prozent auf 1,45 Euro je Aktie erhöhen. Die Aktie kletterte zwischenzeitlich auf ein neues Allzeithoch und wurde am Vormittag mit einem Kursaufschlag von 3,5 Prozent zu 77,55 Euro gehandelt.

Danach sah es Mitte des Jahres gar nicht aus: Im Mai ertrank der junge Chef Edouard Michelin (42) beim Hochseeangeln vor der Bretagne. Seitdem wird das Unternehmen mit 130 000 Mitarbeitern allein von Michel Rollier (62) geführt, der ein Jahr zuvor dem Konzernerben als Co-Chef zur Seite gestellt worden war. Michelin ist eine Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Werken in 19 Ländern.

Nach mehreren Jahren der Weltmarktführung hat Michelin zudem 2006 dem japanischen Konkurrenten Bridgestone Platz machen müssen. Der Marktanteil fiel Analysten zufolge von 20,1 auf 19,4 Prozent. Der Konzern aus den französischen Clermont-Ferrand erwartet jedoch für die kommenden Jahre wieder wachsende Marktanteile.

Selbst erneuernder Reifen

Speziell das Geschäft mit Nutzfahrzeugen soll dank neuer Reifentypen wieder anziehen; diese erneuern ihr Profil selbst und sind damit langlebiger und sicherer als ihre Vorgänger. Michelin sieht darin einen „Technologiesprung wie beim Gürtelreifen“. Dieser Vorsprung soll die Marktführung für das nächste Vierteljahrhundert sichern. Bis 2011 will das Unternehmen 400 Mill. Euro in die Umstellung der Fertigung auf die Lkw-Reifen der „durable technology“ investieren.

Der Konzern will seine Kostenbasis bis zum Jahr 2010 gleichzeitig um etwa 1,5 bis 1,7 Mrd. Euro drücken. Die Rohstoffpreise würden sich in 2007 wohl auf hohem Niveau stabilisieren, aber wenig Auswirkungen auf das Ergebnis 2007 haben, hieß es. Dieses soll im Rahmen der bis 2010 gesetzten Ziele liegen. Dazu gehören unter anderem ein Produktionszuwachs von 3,5 Prozent und eine Umsatzrendite von mindestens 10 Prozent. Die operative Marge lag 2006 bei 8,2 Prozent.

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