Auflösung der AG
Renault und Nissan trennen sich in Deutschland

Renault und Nissan werden Vertrieb und Marketing in Deutschland nicht mehr gemeinsam organisieren. Stattdessen werden die Autobauer einzeln größere Regionen abdecken.

HB BRÜHL. Die Renault Nissan Deutschland AG soll in den kommenden zwölf Monaten aufgelöst werden, sagte eine Nissan-Sprecherin am Dienstag in Brühl und bestätigte damit Presseberichte. „Die Allianz ist nicht gescheitert. Grund für den geplanten Schritt ist die Neuaufstellung von Nissan in Europa.“ Ob es Folgen für die derzeit rund 1 000 Beschäftigten von Renault und Nissan am Sitz der Unternehmenszentrale in Brühl geben werde, sei noch unklar. Sie gehören mehrheitlich zu Renault. Renault und Nissan sind auf Konzernebene eng verflochten; die Japaner sind ein Tochterunternehmen der Franzosen.

Der Grund für den Umbau dürfte in den Verkäufen liegen: 2005 war die Zahl der Nissan-Zulassungen um 14 Prozent auf 57 500 gesunken; für 2006 werden 60 000 Zulassungen angepeilt. Mittelfristig soll der Nissan-Marktanteil in Deutschland damit von 1,63 Prozent in 2005 auf 3 Prozent gesteigert werden.

Laut Nissan soll das Deutschland-Geschäft mit der Schweiz und Österreich zusammengelegt werden. Die Nissan-Zentrale werde dabei am Standort Brühl bleiben. Das Holland-Geschäft werde neu Frankreich zugeschlagen; Portugal und Spanien sollten zusammengeführt werden. Darüber hinaus werde es bei den bestehenden drei Zentralen Osteuropa (Russland und Ukraine), Zentraler Osten (Tschechien, Slowakei, Polen und Ungarn) sowie Norden (skandinavische Länder) bleiben.

Zu der Neuaufstellung gehöre auch die Umstrukturierung des Vertriebsnetzes in Deutschland, sagte die Sprecherin. Hauptziel sei es, die bundesweit noch 80 offenen Verkaufsgebiete – etwa Stuttgart und München oder ländliche Gebiete und mittlere Städte in Ostdeutschland – für Nissan zu besetzen. Es werde derzeit mit mehreren Investoren verhandelt, die in den strategisch wichtigen Gebieten für Nissan mehrere Händlerbetriebe öffnen sollten. Den bisherigen 420 Vertragspartnern sei zunächst bis Ende 2007 gekündigt werden. Zwei Drittel dieser Händler würden aber voraussichtlich einen neuen Vertrag erhalten. Innerhalb Europas seien Großbritannien und Spanien, wo die Nissan-Modelle gefertigt werden, die wichtigsten Märkte.

Die Renault Nissan Deutschland AG hatten nach den jüngsten vorliegenden Zahlen für 2004 ihren Jahresüberschuss von 29,5 auf 37,5 Mill. Euro gesteigert und die Umsatzerlöse mit 1,33 Mrd. Euro stabil gehalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%