Aufnahmegesuch abgelehnt
Europas Autoverband brüskiert Toyota

Die im Branchenverband Acea zusammengeschlossenen europäischen Automobilhersteller haben dem japanischen Konkurrenten Toyota eine überraschende Abfuhr erteilt.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. „Das Präsidium hat sich gegen die Aufnahme von Toyota entschieden“, bestätigte Acea-Generalsekretär Ivan Hodac. Zu den Gründen, warum das Aufnahmegesuch der Japaner abgelehnt wurde, wollte sich der Verbandsvertreter nicht äußern. Wie aus Kreisen der Organisation zu erfahren war, erfolgte die Ablehnung nicht einstimmig.

Der einflussreiche Verband verweigerte dem zweitgrößten Autokonzern der Welt die Aufnahme, obwohl mit den US-Konzernen GM Europa und Ford Europa bereits mehrere Hersteller Mitglieder sind, deren Stammsitz ebenfalls außerhalb Europas liegt. Eine Sprecherin von Toyota Deutschland lehnte einen Kommentar zu dem Vorgang ab. In Unternehmenskreisen hieß es, die Japaner seien von der Entscheidung völlig überrascht worden. Ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach von einem Eklat.

Toyota hatte bereits Anfang 2005 den Antrag auf die Aufnahme in den in Brüssel beheimateten Branchenverband gestellt. Im vergangenen Jahr war eine Entscheidung zunächst vertagt worden. Dass die Asiaten die Ablehnung als Affront werten, gilt unter Experten als sicher. Die Rivalität zwischen den europäischen Herstellern und ihrem wichtigsten Herausforderer nimmt damit neue Züge an.

Toyota will in den kommenden Jahren auch in Europa deutlich expandieren. Die Aufnahme in den Acea sollte den Hersteller bei den Kunden stärker als europäischen Anbieter positionieren. „Für uns ist es wichtig, dass wir Autos für Europa designen und – noch wichtiger – sie hier auch bauen“, sagte erst vor wenigen Wochen Toyotas Europa-Chef Shinichi Sasaki in Frankfurt. In diesem Jahr soll die Produktion von Toyota in den Werken in Großbritannien, Frankreich, Polen, Portugal und der tschechischen Republik von 638 000 im Vorjahr auf 806 000 Fahrzeuge zulegen. Verkauft werden sollen in Europa rund eine Million Toyotas und 45 000 Autos der Luxusmarke Lexus. Der Marktanteil von Toyota in Europa beträgt derzeit 5,5 Prozent.

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