Aufschwung hält nur noch dieses Jahr an
Bauindustrie fürchtet Probleme im Jahr 2009

Nach einem starken Jahresauftakt sieht sich die Bauindustrie trotz zunehmender Konjunkturrisiken im Aufschwung. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) schraubte am Mittwoch seine Prognose für das Umsatzwachstum 2008 von nominal drei auf vier Prozent hoch. Doch danach dürfte es Probleme geben.

HB BERLIN. Motor bleibe in diesem Jahr der Wirtschaftsbau, sagte HDB-Präsident Hans-Peter Keitel in Berlin. Auch die wegen sprudelnder Steuereinnahmen ausgabefreudigere öffentliche Hand beflügle das Geschäft. Die abgeschwächte Konjunktur könne dem Baugewerbe daher vorerst nichts anhaben. Allerdings drohe der Branche bei widrigeren Rahmenbedingungen schon im nächsten Jahr wieder eine Flaute, warnte Keitel.

Der milde Winter und weitere Sonderfaktoren bescherten den Baufirmen zu Jahresbeginn einen Boom: Allein in den ersten vier Monaten schafften sie ein Umsatzplus von mehr als neun Prozent. Das Bauhauptgewerbe sitzt auf einen komfortablen Auftragspolster: Ende März hatten die Firmen 16 Prozent mehr Bestellungen in den Büchern als im Vorjahr. Zu schaffen machen den Unternehmen allerdings die gestiegenen Materialkosten. Der Verband geht mittlerweile davon aus, dass die Baupreise dieses Jahr um drei und nicht wie bisher angenommen um maximal 2,5 Prozent anziehen werden.

"Explodierende Stahl-, aber auch Diesel- und Bitumenpreise machen die Kalkulation von Bauprojekten zunehmend zu einem Vabanquespiel", warnte Keitel. Dennoch hofft die Branche, dass nun auch das Sorgenkind privater Wohnungsbau aus dem Gröbsten heraus ist. Nach der Kappung der Eigenheimzulage und der Mehrwertsteuererhöhung ließen Auftragseingänge und Umsätze zwar weiter zu wünschen übrig. "Leichte Zuwächse in den Baugenehmigungen deuten jedoch darauf hin, dass die Talsohle erreicht ist", sagte der HDB-Präsident.

Steigende Kreditzinsen, schärfere Standards für Darlehen sowie explodierende Rohstoff- und Energiekosten drohten allerdings den Investitionsmotor abzuwürgen. "Das Wachstum der Bau-Umsätze wird sich 2009 der "realen Null' nähern", prognostizierte Keitel. Auch vor diesem Hintergrund gelte es, im Bundeshaushalt 2009 klare Akzente im Bereich der öffentlichen Investitionen zu setzen.

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