Aufschwung
Stahlindustrie erwartet glänzende Geschäfte

Gute Nachrichten aus der Stahlbranche: Die Stahlindustrie in Deutschland mit Branchengrößen wie ThyssenKrupp und Salzgitter erwartet weiter anziehende Geschäfte
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DüsseldorfDie Stahlindustrie mit Branchengrößen ThyssenKrupp und Salzgitter erwartet weiter anziehende Geschäfte. „Der deutsche Stahlmarkt wird in den kommenden Monaten seinen Aufwärtstrend fortsetzen“, sagte am Dienstag der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, auf einem Branchentreffen in Düsseldorf. Die Bestellungen von Kunden aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau seien hoch. Auch in Europa sei die Nachfrage aus allen Branchen stark, fügte der Präsident des europäischen Stahlverbandes Eurofer, Wolfgang Eder, hinzu. „Wir sehen für die nächsten Monate bis Endes des Jahres keine Wolken aufziehen.“

Selbst bei den in den vergangenen Jahren explodierten Rohstoffkosten sieht Eder, der auch Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine ist, eine Entspannung. Der Preis für Eisenerz habe zuletzt bei rund 180 Dollar je Tonne stagniert, der für Kokskohle liege bei 300/310 Dollar je Tonne. „Ich gehe davon aus, dass wir im Verlauf des nächsten Jahres mit sinkenden Rohstoffpreisen im positiven Sinne konfrontiert sein werden.“ Dies liege daran, dass die Nachfrage aus China schwächer werde und die Minenkonzerne ihre Kapazitäten ausbauen.

Die deutsche Branche schätzt die Entwicklung vorsichtiger ein. „Die Rohstoffkosten sind auf einem hohen Niveau und ich gehe davon aus, dass sie dort erstmal bleiben“, sagte Kerkhoff. Mittelfristig könne es aber sein, dass die Preise zurückgingen. Durch die von Rohstoffkonzernen wie BHP Billiton, Vale und Rio Tinto 2010 durchgesetzten kürzeren Vertragslaufzeiten gebe es allerdings häufiger Preisschwankungen. Dadurch werde für die Unternehmen die Kostenplanung schwieriger.

Kerkhoff bekräftigte die Prognose, dass die Rohstahlproduktion in Deutschland in diesem Jahr um vier Prozent auf 45,5 Millionen Tonnen steigt. Die Auslastung der Stahlkocher liegt damit bei rund 90 Prozent. Den höchsten Produktionswert hatte die Branche, in der in Deutschland rund 90.000 Menschen arbeiten, 2006/2007 mit durchschnittlich 48 Millionen Tonnen erreicht.

Sorge bereitet der Schwerindustrie die Klimaschutzpolitik der Europäischen Union, die ab 2013 allein für die deutschen Unternehmen zu jährlichen Zusatzbelastungen von 300 Millionen Euro für den Erwerb von Verschmutzungsrechten zum Ausstoß von Kohlendioxid führen werde. Die Zielvorgaben der EU könnten die Unternehmen nicht einhalten. „Das heißt, es muss zugekauft werden“, sagte Kerkhoff. „Mehr geht nicht“, betonte auch Eder. Sein Verband und die Mitgliedsunternehmen bereiten derzeit eine Klage gegen die Pläne vor. „Man stellt die Stahlindustrie in Frage.“ Es werde bereits zurückhaltender in Europa investiert und es gebe eine „Hinwendung zu anderen Erdteilen“. „Man wird in Europa keine Hochöfen und Stahlwerke mehr bauen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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