Aufsichtsrat berät über Sanierungspläne
Zukunft von Smart-Forfour-Werk Nedcar ist gesichert

Das Mitsubishi-Werk Nedcar steht trotz der geplanten Einstellung des Kleinwagens Smart Forfour nicht zur Disposition.

TOKIO/FRANKFURT. Der japanische Daimler-Partner Mitsubishi Motors werde das im niederländischen Born gelegene Werk, wo bisher der Smart Forfour und der Mitsubishi Colt gefertigt werden, ungeachtet des Ausstiegs der Stuttgarter weiter betreiben, sagte ein Mitsubishi-Sprecher in Tokio. Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche informierte laut mit dem Vorgang vertrauten Kreisen gestern Abend den Aufsichtsrat auf einer außerordentlichen Sitzung über die geplante Aufgabe des Viersitzers der defizitären Kleinwagentochter. Eine Zustimmung des Gremiums für die Sanierungspläne galt als gewiss.

Daimler hatte am vergangenen Wochenende überraschend angekündigt, die Produktion des Verluste einfahrenden Smart Forfour in Kürze einzustellen und 300 Stellen bei Smart zu streichen. Der Konzern will nun mit einer auf den Zweisitzer geschrumpften Modellpalette Smart 2007 erstmals in die Gewinnzone führen. Der jüngste Sanierungsplan wird nach Unternehmensangaben rund eine Milliarde Euro kosten. Die vor allem auf Schadensersatz für den Auftragsproduzenten Mitsubishi Motors und für Zulieferer entfallenden Kosten sollen zu 80 Prozent noch im ersten Quartal verbucht werden. Die Verhandlungen mit Mitsubishi über den Ausstieg seien aber noch nicht beendet, betonte ein Daimler-Sprecher. Auch über den Zeitpunkt des Produktionsstopps sei noch nicht entschieden worden, heißt es in Tokio. Mitsubishi war von Daimler die Produktion des Forfour bis 2010 vertraglich zugesichert worden.

Mit dem Ende des Smart Viersitzers wird das Werk in Born mit gut 3 000 Mitarbeitern ganz von der Fertigung von Mitsubishi abhängig. Ein Gewerkschaftsfunktionär rechnet mit dem Verlust von bis zu 700 Arbeitsplätzen bei Nedcar. Erst Anfang des Jahres hatte Nedcar 370 Arbeiter entlassen und 300 andere in Beschäftigungsgesellschaften untergebracht. In dem Werk liefen im vergangenen Jahr nur rund 115 000 Fahrzeuge vom Band, davon etwa 45 000 Smart Forfour. Neben Nedcar müssen auch die Mitarbeiter im gemeinsamen Motorenwerk von Daimler und Mitsubishi im thüringischen Kölleda um ihre Jobs fürchten.

„Die Entscheidung stellt hier natürlich Arbeitsplätze zur Disposition“, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Werks, Claus Stibaner. In der Fabrik, die die Motoren für Nedcar liefert, sind derzeit rund 340 Mitarbeiter beschäftigt. „Die Anteilseigner prüfen derzeit verschiedene Möglichkeiten, um die Auslastung des Werks zu optimieren“, sagte ein Daimler-Sprecher.

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