Aufsichtsrat ernennt neuen Vorstandschef
Oleas löst Stark als MG-Chef ab

Der Aufsichtsrat des Mischkonzerns MG Technologies hat den bisher für das Chemiegeschäft zuständigen Vorstand Jürg Oleas zum neuen Vorstandschef berufen.

HB DÜSSELDORF. Oleas werde am 1. November den bisherigen Amtsinhaber Udo Stark ablösen, der zum 31. Oktober aus dem Unternehmen ausscheide, teilte MG am Montag im Anschluss an eine mehrstündige außerordentliche Aufsichtsratssitzung in Frankfurt mit. Oleas' Vorstandsvertrag sei bis Ende 2007 verlängert worden. Damit ist der vor zehn Tagen offen ausgebrochene Streit zwischen Stark und dem MG-Großaktionär und Aufsichtsratsmitglied Otto Happel zu Gunsten des letzteren entschieden.

Stark hatte Ende voriger Woche bereits seinen Rücktritt zum 31. Oktober angeboten. Er werde im Rahmen einer einvernehmlichen Regelung mit dem Präsidium des Aufsichtsrates sein Amt vorzeitig niederlegen, falls das Plenum des Kontrollgremiums diesen Schritt am Montag gutheiße, hatte es seitens MG geheißen.

Stark hatte damit die Konsequenzen aus einem Ende Mitte Oktober eskalierten Streit über die aus seiner Sicht unzulässige und häufige Einmischung von Happel in das Tagesgeschäft des Maschinen- und Anlagenbauers gezogen.

Oleas war bislang bei der früheren Metallgesellschaft für das Geschäftsfeld Chemie zuständig. Inzwischen ist aber mit dem Verkauf der Tochter Dynamit Nobel der größte Teil dieser Sparte verschwunden. Oleas hätte daher nach ursprünglichen Plänen zum Jahresende bei mg aufgehört. MG will sich erklärtermaßen künftig auf den Spezialmaschinenbau der Tochter Gea konzentrieren.

Der 56-jährige Stark war nur anderthalb Jahre bei der ehemaligen Metallgesellschaft. Er war im Sommer 2003 vom Happel an die Unternehmensspitze gebracht worden. Zuvor hatte Happel den langjährigen Konzernchef Kajo Neukirchen nach jahrelangem Streit vor allem über die künftige Strategie der mg aus dem Amt gedrängt. Der im schweizerischen Luzern lebende Milliardär Happel hatte 1999 seine Mehrheit am Spezialmaschinenbauer Gea in MG eingebracht. Er hält aktuell 20 Prozent des MG-Kapitals.

Die Mitte Oktober offen zu Tage getretenen Differenzen zwischen Vorstandschef und Großaktionär haben eine längere Vorgeschichte. Stark habe mehrfach die Einmischungen Happels gegenüber dem Aufsichtsrat angesprochen, hieß es. Das Fass zum Überlaufen habe dann der Anfang August bekannt gegebene Verkauf der defizitären Tochtergesellschaft Standardkesselbau gebracht.

Happel habe versucht, diesen Verkauf an die niederländische Industrieholding H.T.P. zu hintertreiben, indem er Parallelverhandlungen mit anderen potenziellen Käufern führte, hieß es in Unternehmenskreisen. Daraufhin habe Stark Aufsichtsratschef Jürgen Heraeus um eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung gebeten, in der er die gerichtliche Entfernung von Happel aus dem Aufsichtsrat gefordert habe.

Dazu hieß es in der MG-Erklärung vom Montag: „In seiner Sitzung am 15. Oktober hatte der Aufsichtsrat (...) bereits einstimmig festgestellt, dass er für den von Mitgliedern des Vorstands verlangten Antrag auf Abberufung des Aufsichtsratsmitglieds Otto Happel keine Grundlage sieht.“

Die im Nebenwerteindex MDax gehandelte MG-Aktie verlor am Montag erneut gut ein Prozent an Wert und schloss 9,13 Euro. Während des Führungsstreits hatte das Papier tagelang Kursrückgänge verzeichnet, am Tag der Ankündigung von Starks Ausscheiden aber vorübergehend wieder Tritt gefasst.

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