Aufsichtsrat
Gericht stoppt Schaefflers Koerfer bei Conti

Der Chefjurist des angeschlagenen Schaeffler-Konzerns, Rolf Koerfer, will sich nicht mit der Entscheidung des Landgerichts Hannover abfinden, seine Berufung zum Aufsichtsratschef von Continental am Freitag zu untersagen. Er werde rechtliche Schritte dagegen prüfen, sagte Koerfer dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Es sei "höchst ungewöhnlich", dass er als Betroffener über die Medien von der Entscheidung erfahre. Das Gericht hatte die Ernennung untersagt und damit einer Beschwerde von Christian Strenger stattgegeben; das Mitglied der Corporate-Governance-Kommission wirft Koerfer vor, als Chefjurist des Großaktionärs Schaeffler nicht ausschließlich die Conti-Interessen zu vertreten. Koerfer wies dies als "absurd" zurück. "Dann dürfte die Familie Quandt auch nicht im Aufsichtsrat von BMW sitzen", sagte er.

Die Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen für den Einfluss Schaefflers auf Conti - zumal der bisherige AR-Chef und Schaeffler-Gegenspieler Hubertus von Grünberg voraussichtlich vorerst im Amt bleiben wird. In Firmenkreisen hieß es, die Chancen Koerfers stünden nun schlecht, überhaupt noch den Vorsitz des Gremiums zu übernehmen.

Zudem steht Koerfer bereits unter erheblichem Druck der Gläubigerbanken, die de facto die Macht bei der hochverschuldeten Schaeffler-Gruppe übernommen haben. Der Anwalt wies diese Darstellung zurück. Er gehe weiter davon aus, den Vorsitz im Conti-Aufsichtsrat zu übernehmen, sagte Koerfer. "Am Ende entscheidet die Hauptversammlung."

In der Sitzung am Freitag wird die Tagesordnung für die wichtige Hauptversammlung Contis am 23. April festgelegt. Auf dem Treffen sollen die Optionen für die Conti-Sparten und den Gesamtkonzern diskutiert werden. Schaeffler hatte sich mit der Übernahme von Continental schwer verhoben.

Mark C. Schneider
Mark C. Schneider
Handelsblatt / Redakteur
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