Aufsichtsrat steht hinter Pischetsrieder
VW setzt MAN und Scania eine Frist

Volkswagen will im Übernahmepoker um MAN und dessen schwedischen Konkurrenten Scania alsbald Ergebnisse sehen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder ist fest entschlossen, einen LKW-Riesen zu schmieden mit dem eigenen Nutzfahrzeuggeschäft als Drittem im Bunde. Im Aufsichtsrat hat er für diesen Plan volle Rückendeckung bekommen. Der Zeitplan ist eng gesteckt.

hof FRANKFURT. Nach dem Aufstieg zum größten MAN-Aktionär ließ sich Pischetsrieder am Sonntag vom Aufsichtsrat seinen grundsätzlichen Kurs bestätigen. Das Gremium sprach sich für einen „Zusammenschluss der Unternehmen MAN und Scania aus“ und betonte gleichzeitig, dass VW „ein Gegenangebot von Scania für MAN derzeit nicht unterstützen“ würde. Damit zwingt der Aufsichtsrat das Scania-Management und den zweitgrößten Scania-Aktionär Investor an den Verhandlungstisch.

Pischetsrieder hatte vor einer Woche seinen Fahrplan für die LKW-Ehe vorgestellt und eine Frist von vier Wochen für eine einvernehmliche Lösung gesetzt. Dafür bekam er nun Rückendeckung vom Kontrollgremium. Falls keine Einigung gelinge, schloss er auch feindliche Maßnahmen nicht aus. Als wahrscheinlichstes Szenario galt in der Branche, dass VW dann seine Scania-Anteile an MAN abgibt und damit den Weg für die Münchener frei macht, den schwedischen Konkurrenten zu schlucken.

Allerdings schränkte der Aufsichtsrat nun ein, dass VW seine 34 Prozent an Scania-Stimmrechten erst dann MAN andienen würde, wenn die Münchener Zusagen über weitere 56 Prozent hätten. Das setzt eine Einigung auch mit Investor voraus, die über 19 Prozent der Stimmrechte verfügen. Wie das Scania-Management hat Investor das MAN-Angebot bislang abgelehnt und mit der Möglichkeit einer Gegenofferte spekuliert. Zuletzt hatte die Finanzgruppe der schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg die Ablehnung aber damit begründet, dass die veranschlagten Synergien und damit der Preis für Scania zu niedrig seien. Analysten hatten dies als Signal dafür gewertet, dass Investor bei einem höheren Angebot verkaufen würde.

Nach Informationen der schwedischen Tageszeitung „Dagens Industri“ will MAN sein Angebot für Scania erneut nachbessern. Danach will der Münchener Konzern nun 500 schwedische Kronen – umgerechnet etwa 54 Euro – je Aktie bieten. Ein MAN-Sprecher wollte das nicht kommentieren. Scania wäre danach mit etwa 10,7 Mrd. Euro bewertet.

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