Aufsichtsrat tagt am 11. Dezember
Siemens-Kontrolleure beraten Konsequenzen

Der Aufsichtsrat des Münchener Siemens-Konzern wird voraussichtlich am kommenden Montag, dem 11. Dezember, über die Konsequenzen der Schmiergeld-Affäre für die Korruptionsaufsicht des Konzerns entscheiden.

MÜNCHEN. „Wir überprüfen das ganze System“, sagte ein Konzernsprecher am Montag in München. Den Termin wollte er nicht bestätigen. Unter der Regie von Personalvorstand Jürgen Radomski, dem bislang das Compliance-Wesen des Konzerns zugeordnet ist, arbeitet eine „Task Force“ an verschärften Richtlinien für den Gesamtkonzern. Deren Ergebnisse sollen im Aufsichtsgremium beraten werden. Formell müsse der Aufsichtsrat den Vorschlägen nicht zustimmen, heißt es.

Ob die Korruptionsaufsicht umstrukturiert oder personell verstärkt werden soll, darüber wollte Siemens gestern keine Auskunft geben. Diskutiert wird unter anderem die Möglichkeit, die Korruptionsaufsicht künftig direkt bei Konzernchef Klaus Kleinfeld anzusiedeln. Viele andere Unternehmen praktizieren ein solches Verfahren.

In einem Brief an die Mitarbeiter hatten Kleinfeld und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer vor wenigen Tagen angekündigt, es würden Vorschläge erarbeitet, um „dem Fehlverhalten Einzelner wirklich ein Ende zu bereiten“. Die beiden Manager hatten angekündigt, die Vorgänge im Unternehmen „kompromisslos“ aufzuklären.

Im Umfeld von Siemens heißt es, die Arbeitsgruppe um Personalchef Radomski müsse schnell Ergebnisse vorlegen. Denn spätestens Ende Januar steht Siemens eine Hauptversammlung ins Haus, für die mit scharfer Aktionärskritik gerechnet wird.

Siemens hatte im Zusammenhang mit der Schwarzgeld-Affäre bereits fünf beschuldigte Mitarbeiter suspendiert. Die Staatsanwaltschaft wirft zwölf Personen, darunter zehn ehemaligen oder aktiven Siemens-Mitarbeitern, vor, im Telekommunikationsbereich Com über Jahre ein System schwarzer Kassen unterhalten und dorthin mindestens 200 Mill. Euro geschleust zu haben. Noch sitzen fünf der Beschuldigten in Haft, darunter ein ehemaliger Bereichsvorstand und der Chefrevisor des Bereichs.

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