Aufsichtsrat vereinbart weitere Verhandlungen
Galgenfrist für Conti-Reifenproduktion in Stöcken

Die Messe ist noch nicht gesungen: Der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental hat das letzte Wort über das umstrittene Aus der Pkw-Reifenproduktion im Stammwerk in Hannover vertagt. Zuvor soll es weitere Verhandlungen geben.

HB HANNOVER. Möglichst noch bis Weihnachten solle es eine „einvernehmliche Lösung“ geben, sagte Werner Bischoff, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft IG BCE und Conti-Aufsichtsrat, am Mittwoch nach einer Sitzung des Kontrollgremiums. Einen Beschluss oder eine Empfehlung des Conti-Aufsichtsrates habe es nicht gegeben.

Conti-Vorstandschef Manfred Wennemer will die Pkw-Reifenfertigung am Traditionsstandort Hannover-Stöcken mit 320 Beschäftigten Ende 2006 stilllegen. Dies hatte einen Proteststurm ausgelöst, weil der Standort profitabel ist und die Beschäftigten erst im Frühjahr Einschnitten zum Joberhalt zugestimmt hatten. Verhandlungen zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern über eine Lösung des Konflikts waren am Montag gescheitert.

Bischoff sagte zu den neuen Verhandlungen, er sei optimistisch, dass es nun eine Einigung gebe. „Wir sind auf einem guten Weg.“ Wie ein Kompromiss aussehen könnte, sagte er nicht. Eine von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) angebotene Vermittlerrolle lehnte Bischoff ab. „Wir setzen auf unsere eigene Überzeugungskraft.“ Die Gespräche mit dem Vorstand sollten zeitnah wieder aufgenommen werden.

In der Aufsichtsratssitzung habe es eine „sehr lebhafte Diskussion“ gegeben, sagte Bischoff, der stellvertretender Vorsitzender des Gremiums ist. Die Arbeitnehmervertreter hätten ihre Argumente gegen eine Schließung dargelegt. Er habe den Eindruck, dass die Arbeitnehmerseite damit „die Herren der Kapitalseite beeindruckt haben“. Dies sei das Ziel gewesen. „Ich bin mit einem guten Gefühl aus der Aufsichtsratssitzung herausgegangen.“

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