Aufsichtsrat vertagt Beschluss
Einigung auf Dividende bei Hugo Boss misslingt

Der Aufsichtsrat des Modeherstellers Hugo Boss hat seine mit Spannung erwartete Dividendenentscheidung vertagt. Es wird über eine hohe Sonderausschüttung spekuliert. Doch dagegen wehrt sich das Management. Der Exodus in der Führungsetage geht weiter.

HB STUTTGART. Das Gremium sei am Mittwoch übereingekommen, dass der Beschluss erst auf einer weiteren Sitzung gefasst werden solle, sagte ein Sprecher von Hugo Boss im schwäbischen Metzingen. Seit Mitte 2007 hat der Finanzinvestor Permira das Sagen bei Hugo Boss. Der neue Mehrheitseigentümer dringt auf eine Sonderdividende und eine höhere Verschuldung des kapitalkräftigen Unternehmens.

Nach dem Abgang von Vorstandschef Bruno Sälzer Mitte Februar verließ am Mittwoch auch Einkaufs- und Produktionsvorstand Werner Lackas das Unternehmen. Auf den seit elf Jahren bei Hugo Boss tätigen Manager folgt Hans Fluri, der ehemalige Chef des Paketdienstes DPD. Fluri wird auch als Kandidat für den Posten des Vorstandschefs gehandelt. Zur Nachfolge Sälzers traf der Aufsichtsrat am Mittwoch noch keine Entscheidung.

Das Management hatte darauf gepocht, dass die gewünschte Ausschüttung die Handlungsfähigkeit von Boss nicht beschränkt. Die Investitionsstärke müsse erhalten bleiben. Permira, die auch die italienische Modegruppe Valentino kontrolliert, hält mehr als 80 Prozent an Hugo Boss. Die Eigenkapitalquote des Metzinger Modeherstellers lag zuletzt bei 52 Prozent, die Eigenkapitalrendite bei 28 Prozent.

Für 2006 hatte Hugo Boss 1,19 Euro je Stammaktie und 1,20 Euro je Vorzugsaktie ausgeschüttet. Am Finanzmarkt war über eine Sonderausschüttung von mehreren Euro je Aktie spekuliert worden. Eine höhere Verschuldung könnte Hugo Boss auch über einen Zukauf erreichen. Analysten rechnen seit längerem damit, dass Boss die inzwischen profitable Damenmode-Sparte mit einem Zukauf stärkt. Eine zweite Marke würde die Umsätze schlagartig erhöhen und Größenvorteile bringen.

Die Geschäfte von Hugo Boss laufen trotz der Kaufzurückhaltung in Deutschland und der weltweit eingetrübten Konjunktur glänzend. Der Umsatz legte im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 1,63 Mrd. Euro. Der Überschuss kletterte um 20 Prozent auf 154 Mill. Euro. Für dieses Jahr rechnet der Vorstand mit weiteren Rekorden bei Umsatz und Gewinn.

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