Aufsichtsrat will Entscheidung
Alles dreht sich um Mercedes-Chef Cordes

Zwei Tage nach dem Rücktritt von Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp richtet sich der Blick auf Eckhard Cordes. Das Rücktrittsangebot des Mercedes-Chefs steht im Raum. Auch wenn er offiziell noch nicht abgetreten ist, wird schon über seine Nachfolge beraten.

HB STUTTGART. Das Rücktrittsangebot von Mercedes-Chef Eckhard Cordes stellt die wichtigste Konzernsparte vor neue Probleme. „Bleibt er oder nicht“, war am Freitag das Gesprächsthema Nummer eins auf den Fluren der Konzernzentrale. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Daimler-Chrysler, Erich Klemm, sieht den Stuttgarter Automobilkonzern aber nicht in einer Führungskrise.

„Ich sehe keine Führungskrise“, sagte Klemm am Freitag in Sindelfingen. Das Unternehmen werde seinen Weg weiter gehen. Es sei seit Jahren sein Wunsch gewesen, dass der nun zum Jahresende anstehende Wechsel im Vorstandsvorsitz in einem „geordneten Prozess“ ablaufe. Dies sei mit der einstimmigen Berufung von Chrysler-Chef Dieter Zetsche zum Nachfolger für Schrempp gelungen. Der Aufsichtsrat habe Schrempp am Donnerstag für seine 44-jährige Tätigkeit im Unternehmen gedankt. „Schrempp geht in allen Ehren in den Ruhestand“, sagte Klemm.

Zu dem möglichen Ausscheiden von Vorstandsmitglied Eckhard Cordes wollte sich Klemm nicht äußern. „Ich kann nicht sagen, ob und wann der Aufsichtsrat sich mit dem Thema befasst“, sagte Klemm lediglich. „Ich weiß auch nicht, ob es einen Anlass für eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung.“ Bislang ist auch von Cordes selbst und aus seinem Umfeld kein Wort zu hören, ob er seine Kündigungsabsicht wahrmachen will. Nach Informationen aus dem Aufsichtsrat hat er dem Ex-Deutsche-Bank-Boss Hilmar Kopper, der das Gremium leitet, bislang noch keinen Brief mit der formellen Bitte um seine Vertragsauflösung geschrieben.

Eine Hängepartie bei der wegen Kostenproblem und dem Sorgenkind Smart ohnehin angeschlagenen Markengruppe wollen die Kontrolleure aber unbedingt vermeiden. Auch für Schrempp bliebe der Makel, dass der eigentlich so geschickt eingefädelte Stabwechsel im Theaterdonner um Cordes untergehen könnte.

Sollte Cordes den Daimler-Chrysler-Konzern jedoch verlassen, favorisiere das Gremium eine interne Nachfolgelösung, war am Freitag aus Aufsichtsratskreisen zu erfahren. Es gebe mehrere „interessante Kandidaten“. Derzeit werde mit Cordes gesprochen, „die Entscheidung liegt ganz allein bei ihm“.

Einig seien sich aber alle 20 Mitglieder des Kontrollgremiums, dass sich Cordes in einem „relativ engen Zeitrahmen“ äußern müsse, hieß es in den Aufsichtsratskreisen weiter. Noch habe der Manager trotz seines spontanen Rücktrittsangebots die Chance zum Weitermachen. Der Aufsichtsrat sei mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Wie sich Cordes entscheide, sei derzeit offen: „Es kann sein, dass er seine persönlichen Konsequenzen zieht und das müsste man respektieren.“

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