Aufsichtsratschef betroffen
Tchibo-Eigner will Schadenersatz

Ohne eine konkrete Forderung zu äußern hat der Tchibo-Aktionär Joachim Herz nach Angaben eines Tchibo-Sprechers auf der Hauptversammlung in Hamburg am Donnerstag Schadenersatzansprüche gegen den Aufsichtsratschef des Kaffeerösters, Reinhard Pöllath, gestellt.

HB HAMBURG. Hintergrund ist ein Streit um eine milliardenschwere Abfindung für Herz' Geschwister Daniela und Günter bei der Neuordnung der Anteile des Konzerns. Die CORO Vermögensverwaltungsgesellschaft von Joachim Herz habe per Minderheitsverlangen beantragt, den Vorgang zu prüfen. Das Unternehmen müsse nun die Forderung unabhängig vom Inhalt prüfen, sagte der Tchibo-Sprecher. Aufsichtsratschef Pöllath war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Nach dem Aktiengesetz muss ein Konzern Ersatzansprüche geltend machen, wenn ein Minderheitsaktionär, der mehr als zehn Prozent der Anteile hält, das auf einer Hauptversammlung fordert.

Joachim Herz erklärte, der Tchibo Holding sei durch die Abfindung seiner Geschwister ein Schaden entstanden. So seien 93 % des Bilanzgewinns von 2002 für die Ausschüttung der Sonderdividende in Höhe von vier Mrd. € verwendet worden. Dies habe Pöllath nicht nur nicht verhindert. Vielmehr habe er „im Interesse eines einzelnen Aktionärs“ darauf hingewirkt, der Gesellschaft die Mittel zu entziehen.

Tchibo hatte das Zigarettenunternehmen Reemtsma im März 2002 für rund sechs Mrd. € an den britischen Zigarettenkonzern Imperial Tobacco verkauft. Aus dem Erlös war es den Tchibo-Anteilseignern Michael und Wolfgang Herz möglich, nach einer jahrelangen Familienfehde im Sommer 2003 den Geschwistern Günter und Daniela Herz deren Anteile abzukaufen.

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