Aufsichtsratssitzung
Wenning soll Ackermann bei Siemens beerben

Bei Siemens sollen heute ein neuer Finanzchef und Aufsichtsrat bestimmt werden. SAP-Co-Chef Snabe könnte in das Kontrollgremium einziehen. Neuer Stellvertreter soll offenbar Ex-Bayer-Chef Werner Wenning werden.
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MünchenNach den Abtritten von Siemens-Chef Peter Löscher und Aufsichtsrats-Vize Josef Ackermann sortiert sich die Siemens-Führung neu. Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender soll nach Informationen des Handelsblatts Werner Wenning werden. „Er ist der natürliche Kandidat“, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Wenning war Anfang des Jahres in das Kontrollgremium gewählt worden.

Neu in den Aufsichtsrat zieht laut Industriekreisen SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe ein. „Das ist ein geschickter Schachzug“, sagte ein Unternehmenskenner. Hagemann Snabe bringe viel Technologiekompetenz mit – Siemens sieht sich auf dem Feld der Industriesoftware weltweit führend. Auf der anderen Seite habe Hagemann Snabe keine Ambitionen, den Vorsitz zu übernehmen. Somit festigt der nicht unumstrittene Aufsichtsratschef Gerhard Cromme seine Position weiter.

Bereits auf der Gremiumssitzung am Mittwoch in Berlin solle ein Amtserbe für Ackermann bestellt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der frühere Deutsche-Bank-Chef werde nach seinem Zwist mit Cromme über Löschers Abgang voraussichtlich gar nicht mehr zur Sitzung in die Hauptstadt kommen.

Geklärt ist auch die Nachfolge von Finanzvorstand Joe Kaeser, der nach dem Sturz Peter Löschers den Vorstandsvorsitz übernommen hatte. Das Rennen habe Ralf Thomas gemacht, bisher CFO in der Industriesparte, hieß es in Industriekreisen. Thomas kam 1986 zu Siemens und übernahm Ende 2007 seine derzeitige Rolle.

Damit setzte er sich gegen Michael Sen durch, der Finanzchef in der Medizinsparte ist. Sen gilt als sehr selbst- und machtbewusst. Damit entschied sich Kaeser womöglich für die etwas pflegeleichtere Lösung. Allerdings wird im Umfeld des Konzerns betont, dass Sen in der Medizintechnik nahezu unabkömmlich sei. Er hatte dort das erfolgreiche Restrukturierungsprogramm „Agenda 2013“ entscheidend mitentwickelt.

Verlassen wird den Vorstand nach Informationen des Handelsblatts Personalvorstand Brigitte Ederer. Die menschlich sehr beliebte Österreicherin war fachlich nie unumstritten. Sie verlor nun einen Machtkampf mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall. Die Funktion des Personaldirektors übernimmt Technologievorstand Klaus Helmrich. Ein Unternehmenssprecher wollte die Personalien nicht kommentieren.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München

Kommentare zu " Aufsichtsratssitzung: Wenning soll Ackermann bei Siemens beerben"

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  • Sieht so die von der Siemens Familie gewünschte Ruhe aus?
    Der Münchner Intrigantenstadl geht weiter, da kommt noch einiges ans Licht der Öffentlichkeit. Gut, wenn man da kein Aktionär ist.
    Ach ja, hoffentlich wirds Thomas, der Sen kann es nicht.

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