Aufsichtsratsvorsitz bei Daimler-Chrysler
Schrempps Mentor geht

Drei Monate nach dem Führungswechsel beim Autokonzern Daimler-Chrysler bahnt sich auch im Aufsichtsrat ein Neuanfang an der Spitze an. Der langjährige Daimler-Topmanager Manfred Bischoff soll Unternehmenskreisen zufolge Nachfolger von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper werden. Damit endet eine Ära – die der Deutschen Bank.

FRANKFURT. Die Wahl Bischoffs durch das Kontrollgremium gelte intern als so gut wie beschlossen, hieß es aus dem Umfeld des Aufsichtsrats. Die Amtszeit von Kopper als Chef des Gremiums endet im April 2007. Der Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums könnte aber auch früher erfolgen, hieß es. Mit Kopper geht einer der engsten Weggefährten des ausgeschiedenen Ex-Daimler-Chefs Jürgen Schrempp, der Anfang des Jahres von Dieter Zetsche abgelöst wurde.

Mit Bischoff an der Spitze des Daimler-Aufsichtsrats würde erstmals seit vielen Jahren nicht der frühere Großaktionär Deutsche Bank den Chefposten in dem Gremium besetzen. Deutschlands größte Bank hatte ihre Beteiligung an dem Autokonzern in den vergangenen Monaten auf weniger als fünf Prozent reduziert. Der 62-jährige Bischoff ist für die kommende Hauptversammlung am 12. April zunächst als einfaches Aufsichtsratsmitglied für Robert Lanigan im Daimler-Kontrollgremium vorgeschlagen.

Bischoff, ehemals Chef der Daimler-Raumfahrttochter Dasa, gilt als Architekt des europäischen Luft- und Raumfahrt-Konzerns EADS und ist dort seit der Fusion Chairman. Ende 2003 schied er aus dem Vorstand von Daimler-Chrysler aus, ist aber für den Konzern weiter als Raumfahrtbeauftragter tätig. Daimler ist mit rund 30 Prozent Großaktionär von EADS. Bischoff ist ein intimer Kenner des Unternehmens, dem er rund 30 Jahre angehörte. Er gilt als enger Weggefährte des früheren Vorstandschefs Schrempp.

Kopper war zuletzt wegen der Affäre um mögliche Insideraktivitäten mit Daimler-Chrysler-Aktien in die Schusslinie geraten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts, die Regeln des Wertpapierhandelsgesetzes missachtet und die Deutsche Bank vorab über den Rücktritt von Schrempp informiert zu haben. Die Weitergabe solcher Informationen ist nach dem Wertpapierhandelsgesetz verboten. Kopper, der Anfang nächster Woche seinen 71. Geburtstag feiert, bestreitet die Vorwürfe. Aktionärsvertreter hatten dennoch mehrfach Koppers Rücktritt gefordert.

Seite 1:

Schrempps Mentor geht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%