Aufspaltung von VW
Porsche spielt Übernahme von Audi durch

In den vergangenen Monaten ist Porsche zum größten Aktionär bei Volkswagen aufgestiegen – um die Partnerschaft in der Autoproduktion abzusichern, wie es offziell heißt. Doch in der Finanzszene kursieren ganz andere Beweggründe. Planspiele, die bei Porsche gemacht werden, sehen mittelfristig eine komplette Neuordnung des Konzerns vor.

hof/pot/rob/HB FRANKFURT. Durchgespielt wird, Audi und andere Premiummarken aus dem VW-Konzern herauslösen und mit Porsche zu vereinen. Während Porsche von derartigen Überlegungen nichts wissen und VW keinen Kommentar abgeben will, werden die Planspiele in der Finanzszene bestätigt. Einige Analysten halten eine solche Neuordnung für durchaus sinnvoll.

Am Ende entstünde ein Konzern Porsche-Audi mit einem jährlichen Absatz von gut einer Million Autos und einer höheren Rendite als die der Konkurrenten BMW und Mercedes. Problematisch wäre dagegen erst einmal die Lage der Gruppe VW-Skoda-Seat, die zwar rund vier Millionen Fahrzeuge im Jahr absetzt, aber erst nach einer erfolgreichen Restrukturierung auskömmliche Margen erzielen würde. Gemeinsame Aktivitäten bei Entwicklung, Einkauf und Produktion könnte man zwischen Porsche-Audi und VW wie bereits jetzt über bilaterale Verträge absichern.

Neuordnung beginnt bereits

Den ersten Schritt in Richtung einer neuen Konzernstruktur will der künftige Konzernchef Martin Winterkorn relativ schnell durchziehen: Schon im kommenden Jahr soll damit begonnen werden, aus Audi, Bentley, Lamborghini und Bugatti eine eigene Premium-Markengruppe zu bilden, daneben sollen VW, Skoda und Seat als Massenanbieter gemeinsam geführt werden. „Ein Modell mit Charme“, wie Analysten meinen, die die bisherige Aufteilung innerhalb des VW-Konzerns nie richtig nachvollziehen konnten.

Nahrung haben die Spekulationen über die Planspiele für neue Konzernstrukturen auch dadurch erhalten, dass Porsche in der nächsten Hauptversammlung eine Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung fassen wird. Damit könnte sich Porsche auf einen Audi-Spin-off vorbereiten, spekulieren Analysten wie Christoph Dolleschal von Dresdner Kleinwort. In der Finanzszene herrscht Einigkeit, dass mit den Plänen der summierte Wert von Porsche, VW und Audi an der Börse steigen würde.

Schon jetzt liegt die Marktkapitalisierung des gesamten VW-Konzerns mit rund 23 Mrd. Euro nur um rund 3 Mrd. Euro über der von Audi. Die Audi-Bewertung ist zwar durch den geringen Streubesitz von weniger als einem Prozent verfälscht, doch ein Vergleich mit beispielsweise BMW (rund 25 Mrd. Euro Börsenbewertung) plus Peugeot-Citroën (11 Mrd. Euro) macht die Potenziale deutlich. Porsche selbst wird an der Börse mit rund 8 Mrd. Euro bewertet, die stimmberechtigten Porsche-Papier befinden sich zu 100 Prozent in Händen der Porsche-Erben mit Ferdinand Piëch an der Spitze.

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