Aufstieg zum Chemieriesen
Saudis kaufen GE Plastics

Der arabische Chemiekonzern Saudi Basic Industries (Sabic) tut seinem größten Expansionsschritt in Richtung Westen: Er kauft für 11,6 Mrd. Dollar die Kunststoffsparte von General Electric (GE). Doch Sabic setzt nicht allein auf Zukäufe.

HB/shf FRANKFURT. Sabic werde den Kaufpreis in bar bezahlen, teilte GE am Montag mit. Der Verkauf solle voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen werden. Konzernchef Jeff Immelt bezeichnete das Geschäft als wichtigen Schritt zur Konzentration auf wachstumsstarke Sparten. GE hatte sein Kunststoffgeschäft im Januar zum Verkauf angeboten, nachdem der Gewinn der Sparte im vergangenen Jahr um 22 Prozent eingebrochen war.

Die GE-Aktie gewann nach Bekanntwerden der Einigung im vorbörslichen Handel 1,2 Prozent auf 37,41 Dollar. Die Aktie des deutschen Bayer-Konzerns hatte bereits am Freitag von Spekulationen über einen unerwartet hohen Kaufpreis für die GE-Sparte profitiert. Das Leverkusener Unternehmen gehört mit seiner Sparte MaterialScience ebenfalls zu den den weltgrößten Kunststoffproduzenten. Am Montagnachmittag lag die Bayer-Aktie 4,65 Prozent im Plus bei 53,58 Euro.

Während sich der amerikanische Mischkonzern GE mit dem Verkauf komplett aus dem Chemiegeschäft zurückzieht, kann Sabic seinen Umsatz um rund ein Viertel auf fast 30 Mrd. Dollar steigern und in der Branche auf Rang sechs vorrücken. Zudem können die Saudis das eigene Sortiment in Richtung höher veredelter Chemieprodukte erweitern. GE Plastics erzielte zuletzt 6,6 Mrd. Dollar Umsatz und 674 Mill. Dollar Betriebsgewinn, vorwiegend mit Kunststoffen wie Polycarbonat und Styrol-Kunststoffen, die unter anderem zur Herstellung von CDs, Automobilteilen und Elektrogeräten eingesetzt werden

Für diesen strategischen Schachzug ist der saudische Konzern bereit, tief in die Tasche zu greifen. Er zahlt mehr als das Sechzehnfache des Betriebsgewinns und mehr als das Dreizehnfache des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Der Kaufpreis übertrifft damit sowohl die Erwartungen vieler Analysten als auch das derzeit gängige Bewertungsniveau bei Chemietransaktionen, das sich nach Daten von AT Kearney bei knapp dem Elffachen des Ebitda bewegt. Etablierte westliche Hersteller hatten angesichts der Preisvorstellungen von GE frühzeitig abgewinkt. BASF-Chef Jürgen Hambrecht bezeichnete die GE-Sparte als überteuert.

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