Aufstockung der Anteile
VW-Übernahme rückt näher

Der Zeitplan für eine Übernahme von Volkswagen durch den Sportwagenbauer Porsche gewinnt an Kontur. Der Sportwagenhersteller wird demnach frühestens Ende des Jahres neue Fakten beim Wolfsburger Autokonzern schaffen. Doch bevor Porsche seine Macht in Wolfsburg ausbauen kann, muss der Europäische Gerichtshof über das VW-Gesetz entscheiden.

HB STUTTGART. „Einen Aufsichtsratsbeschluss für eine weitere Aufstockung gibt es nicht“, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gegenüber dem Handelsblatt. „Erst im November wird unsere Europäische Aktiengesellschaft ins Handelsregister eingetragen sein. Wir haben keine Eile: Vorher wird wohl nichts mehr passieren.“

In Expertenkreisen wird davon ausgegangen, dass der Sportwagenbauer auch noch die Landtagswahl in Niedersachsen im Januar nächsten Jahres abwarten werde. Erst im Frühjahr 2008 rückt damit eine Übernahme von VW in Sicht.

Bisher hatte es in Wolfsburg geheißen, dass Porsche seinen Anteil wohl anheben werde, sobald der Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Herbst über das VW-Gesetz entschieden hat. Porsche hatte in den vergangenen Tagen angedeutet, dass es eine weitere Aufstockung seiner Anteile am Wolfsburger Autokonzern plant. Porsche ist heute mit rund 31 Prozent größter Anteilseigner von Volkswagen und hat sich Optionen auf weitere Anteile gesichert, wie Wiedeking bestätigte.

Noch bremst die Stuttgarter indes das VW-Gesetz, welches die Stimmrechte auf 20 Prozent beschränkt. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Europäische Gerichtshof das VW-Gesetz nicht kippen sollte, werde der Sportwagenbauer aber nicht klein bei geben. „In diesem Fall würden wir eigene Rechtsmittel einlegen“, kündigte Wiedeking an.

Der deutlich kleinere Sportwagenbauer markiert damit so deutlich wie noch nie seinen Machtanspruch in Wolfsburg. Auch der mächtige VW-Betriebsrat und die IG Metall hatten dies in den vergangenen Tagen bereits zu spüren bekommen, als Wiedeking den VW-Haustarifvertrag indirekt in Frage stellte. Doch Wiedeking will von seiner Linie gegenüber den VW-Arbeitnehmern nicht abrücken. „Ich habe von Schmusekurs nie etwas gehalten“, sagte er.

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