
HB NEW YORK. Der US-Aluminiumkonzern Alcoa hat mit überraschend starken Zahlen Hoffnung auf eine gute Bilanzsaison gemacht. Trotz des jüngsten Preisverfalls bei Metallen erklärte der als Frühindikator für die US-Wirtschaft geltende Konzern am Montag nach Börsenschluss, die weltweite Alu-Nachfrage nehme voraussichtlich stärker zu als bislang angenommen. Der vom früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitete Konzern läutet traditionell die US-Berichtssaison ein. Die Geschäftszahlen wurden daher mit Spannung erwartet und schoben die Aktienmärkte in ganz Europa an.
Der größte Alu-Hersteller der USA legte in verschiedenen Industriesparten zu - vor allem bei Verpackung, Transport und Bau. Der Gewinn belief sich im zweiten Quartal auf 136 Mio. Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konkurrent des russischen Branchenprimus Rusal noch einen Verlust von 454 Mio. Dollar verzeichnet. Der Umsatz habe um 22 Prozent auf 5,2 Mrd. Dollar zugelegt, teilte das in Pittsburgh ansässige Unternehmen mit. Die Zahlen lagen über den Erwartungen von Analysten.
Alcoa-Aktien stiegen nachbörslich in New York um 3,4 Prozent. Die in Frankfurt notierten Papiere gewannen am Dienstag knapp 5,3 Prozent. Der Dax wie auch der britische FTSE 100 legten dank Alcoa zu, die gesamte Stahlbranche profitierte von den optimistisch stimmenden Geschäftszahlen. ThyssenKrupp-Titel gewannen fast drei Prozent, Salzgitter-Anteilsscheine legten 1,8 Prozent zu. Die Aktien des weltgrößten Stahlkonzerns ArcelorMittal verteuerten sich um 2,4 Prozent.
Branchenkenner begrüßten die Quartalszahlen. „Das ist konstruktiv und hilft dabei, die Berichtssaison mit einer positiven Note zu beginnen“, sagte Brian Hicks von U.S. Global Investors. Alcoa gehe davon aus, dass die Wirtschaft weiter anziehe.
Alcoa-Chef Kleinfeld erklärte, in den kommenden zehn Jahren dürfte die Nachfrage nach Aluminium weltweit um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr steigen. „Man sieht einen robusten Anstieg der Nachfrage in Ländern wie China, Brasilien, Indien“, sagte er. In Nordamerika und Europa gebe es einen moderaten Anstieg. Sein Konzern gehe inzwischen davon aus, dass das Kaufinteresse im laufenden Jahr um zwölf Prozent statt um zehn Prozent zunehmen werde.
Ähnlich hatte sich zuletzt auch der Vize-Konzernchef Oleg Mukhamedschin des Marktführers UC Rusal geäußert. Die Nachfrage nach Aluminium bleibe vor allem in Asien hoch. In China werde der Absatz in diesem Jahr um 20 Prozent zulegen.
Auch der stark gesunkene Preis für Aluminium dämpfte die optimistischen Aussagen nicht. Aluminium kostete zuletzt pro Tonne etwa 2000 Dollar, nach mehr als 2400 Dollar pro Tonne im April. Hintergrund ist unter anderem die geringere Nachfrage nach Autos und Flugzeugen. Auch Unsicherheiten über die Erholung der Weltwirtschaft lasteten auf den Metallpreisen. Laut Kleinfeld stellt die Volatilität, die von den Finanzmärkten ausgehen könnte, immer noch das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung dar.
Leider fehlen in dem Artikel die Umsatzzahlen
aus den Zeiten vor dem Wegfall des immobiliengesicherten-Konsum-auf-Pump ...
"...Der Umsatz rückte im zweiten Quartal auf knapp 5,19 Mrd. Dollar vor, nach rund 4,24 Mrd. vor einem Jahr..."
Vor dem Einbruch (von "vor der Krise" kann man (noch) nicht sprechen ... ) lag der Jahresumsatz von Alcoa bei ca 40 Mrd USD - also knapp doppelt so hoch ...
... und wäre der "immobiliengesicherte-Konsum-auf-Pump" nicht durch
"Konjunkturpakete-auf-Pump" substituiert worden,
sähe die Situation noch sehr viel übler aus.
... wenn alcoa bei einem KGV von 17,8 nix besseres einfällt,
als Dividende auszuschütten - wenn jeder re-investierte Dollar das 17,8-fache briingen würde - kann man sich die Zukunftserwartungen an einer Hand abzählen ...
Der Grund dafür ist so klar wie offensichtlich:
... ewig werden die Konjunkturpakete nicht laufen.
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