Auftaktquartal mit deutlichem Umsatz- und Auftragsplus
MAN prüft Stellenverlagerung ins Ausland

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat die positive Geschäftsentwicklung der ersten zwei Monate des laufenden Geschäftsjahres auch im März fortgesetzt. Zugleich droht jedoch ein weiterer Stellenabbau.

HB AUGSBURG. Nach Siemens will nun auch MAN die Kosten inländischer Konzernbereiche drücken und schließt andernfalls Stellenverlagerungen nicht aus. Der im Deutschen Aktienindex notierte Konzern gab für das erste Quartal Steigerungen bei Auftragseingang und Umsatz bekannt und rechnet auch in der krisengeschüttelten Druckmaschinensparte mit einer leichten Belebung. Mit einer Entscheidung im Schadensersatzprozess gegen DaimlerChrysler um Bilanzfälschungen beim 2000 übernommenen britischen Lkw-Bauer ERF rechnet das Unternehmen nun erst im kommenden Jahr.

MAN spreche derzeit mit den Arbeitnehmern über Möglichkeiten zur Kostensenkung und denke hierbei vor allem an längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich, sagte Konzernchef Rudolf Rupprecht am Dienstagabend in Augsburg. Betroffen seien unter anderem die Bereiche Druckmaschinen und Dieselmotoren am Standort Augsburg. Sollten die Gespräche, die derzeit sehr konstruktiv verliefen, allerdings scheitern, werde MAN noch 2004 die Weichen für Arbeitsplatzverlagerungen ins Ausland stellen. „Den schwarzen Peter nehme ich auf mich“, sagte Rupprecht, der zum Jahresende sein Amt an der Konzernspitze aufgibt.

Siemens hatte zuletzt erklärt, rund 5000 Stellen in Deutschland seien wegen Kostennachteilen oder strukturellen Problemen - etwa mangelnder Nachfrage - bedroht. Sollten die Arbeitnehmer keine Zugeständnisse machen, werde es zu Verlagerungen kommen. Die IG Metall hingegen hingegen fürchtet, dass mehr als 10 000 Arbeitsplätze bedroht sind.

MAN habe seit Mitte 2003 in Absprache mit dem Betriebsrat verstärkt Aufträge zu nicht kostendeckenden Konditionen angenommen, um so Kapazitäten auszulasten und Stellenabbau zu vermeiden, sagte Rupprecht. Der Konzern habe dies immer schon getan, der Wettbewerbsdruck habe sich aber wegen des starken Euro und der schwachen Konjunktur verstärkt. Deshalb müssten auch die Arbeitnehmer ihren Beitrag leisten. Zur Höhe gefährdeter Stellen oder zu den erwarteten Einsparungen äußerte er sich nicht. „Die Dimension ist überschaubar“, sagte er. MAN beschäftigte zuletzt in Deutschland rund 41 500 Mitarbeiter, weltweit gut 64 000.

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