Auftragsboom
Siemens profitiert vom Stromhunger

Ungeachtet aller Diskussionen über den Klimaschutz verbrauchen die Menschen weltweit immer mehr Strom. Das ist Glück für Siemens. Der Münchener Technologiekonzern kommt mit der Produktion von Leitungen und Transformatoren kaum nach. Dass Siemens in der Gunst der Kunden so weit oben steht, hat gute Gründe.

ERLANGEN. „Im Augenblick haben wir einen regelrechten Auftragsboom,“ sagte Pamela Knapp, Bereichsvorstand der Stromübertragungssparte des Konzerns, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Managerin geht davon aus, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. „Wir rechnen mit einem über viele Jahre anhaltenden, nachhaltigen Boom. Deshalb investieren wir deutlich mehr, als wir abschreiben.“

Zum Teil kommt der Bereich Power Transmission and Distribution (PTD) gar nicht mehr nach, die bestellten Anlagen zu bauen. „In einigen Bereichen haben wir Lieferzeiten bis zu zwei Jahren. Üblich sind sechs bis zwölf Monate,“ sagte Siemens-Manager Ralf Christian, der das Geschäft mit Hochspannungsanlagen verantwortet. Im Durchschnitt hätten sich die Lieferzeiten in den vergangen Monaten verdoppelt.

Die jüngsten Zahlen der Sparte belegen das eindrücklich: Im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnete die in Erlangen angesiedelte Sparte ein Plus im Auftragseingang von 38 Prozent auf knapp 2,5 Mrd. Euro. Stärker zulegen konnte nur noch der Kraftwerksbereich des Technologiekonzerns, dessen Auftragseingang zu Jahresbeginn um mehr als die Hälfte in die Höhe schoss.

Siemens profitiert im Geschäft mit den Stromleitungen von zwei Faktoren: Einerseits müssen in Schwellenländern wie China und Indien neue Verbindungen gebaut werden, um den wachsenden Bedarf in den wirtschaftlich erfolgreichen Metropolen zu decken. Dort sind Stromausfälle an der Tagesordnung.

Andererseits werden die in die Jahre gekommenen Netze in den Industrieländern erneuert, um Blackouts zu vermeiden, wie es sie in den vergangenen Jahren öfter gegeben hat. Zudem werden die bislang noch weitgehend voneinander getrennten nationalen Netze immer stärker verbunden. So haben Anfang Juni Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande sowie Deutschland beschlossen, ihre Strommärkte zu verknüpfen. Damit soll unter anderem der Stromhandel in die Gänge gebracht werden.

Seite 1:

Siemens profitiert vom Stromhunger

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%