Auftragseinbruch
Siemens baut zusätzliche Stellen ab

Wegen der weltweiten Wirtschaftskrise will Siemens weitere Stellen streichen. Betroffen sind laut Vorstanschef Peter Löscher aber nur einzelne Geschäftsbereichen oder bestimmte Standorte. Der Grund ist ein Auftragseinbruch in vielen Segmenten.
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HB FRANKFURT/MAIN. „Wir haben Geschäfte, die beim Auftragseingang um bis zu 70 Prozent eingebrochen sind. Da kann man nicht die Hände in den Schoß legen und zuschauen“, sagte Siemens-Vorstandschef Peter Löscher im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". In den betroffenen Bereichen würden notwendige Konsequenzen gezogen.

Zugleich dämpfte er Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Wirtschaft. „Es gibt sicherlich eine Bodenbildung“, wurde er zitiert. Allerdings sei die Industrieproduktion in der Krise viel stärker eingebrochen als die Gesamtwirtschaft. „Bis wir wieder Kapazitätserweiterungen und die Wachstumsraten der Boomjahre 2007 und 2008 sehen, wird es noch lange dauern.“

Im Streit über Schadenersatzforderungen gegen den früheren Vorstand wegen der Korruptionsaffäre ergriff Löscher erstmals öffentlich das Wort. Für ihn sei unverständlich, wenn behauptet würde, Siemens sei kein Schaden entstanden. „Ungeklärte Geldabflüsse, Strafzahlungen und Kosten für die Aufklärung waren enorm“, sagte Löscher. „Dieses Geld hätten wir ansonsten zum Beispiel in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investieren können oder in die Ausbildung unserer Mitarbeiter. Ganz zu schweigen vom Imageschaden, der dem Konzern entstanden ist."

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