Auftragseingänge steigen
Stahlindustrie sieht sich im Aufwind

Die deutsche Stahlbranche hat nach Einschätzung ihres Verbandes die Probleme hinter sich gelassen. Die Stahlkocher rechnen wieder mit wachsender Nachfrage.

HB DÜSSELDORF. "Der Stahlbedarf wird in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres kräftig um 6 Prozent steigen, nachdem er in diesem Jahr um knapp 0,5 Prozent zugenommen hat", sagte Verbands-Präsident Dieter Ameling am Montag in Düsseldorf. Die Lagerbestände, die zu Jahresbeginn erheblich angestiegen waren, hätten sich wieder normalisiert.

Die Kunden hatten Anfang 2005 aus Angst vor Stahlknappheit hohe Vorräte angelegt. Entsprechend sank die Nachfrage und die Preise gerieten unter Druck. Laut Ameling zeigen die Auftragseingänge bei den Stahlkochern seit drei Monaten nun wieder deutlich nach oben. "Sie sind im dritten Quartal 2005 um gut 11 Prozent im Vergleich zu den drei Monaten zuvor gestiegen." Der September weise mit einem Plus von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erstmals seit einem Jahr wieder einen positiven Wert auf.

In diesem Jahr rechnet die Wirtschaftsvereinigung Stahl weltweit mit einer Rohstahl-Produktion von 1,1 Mrd. Tonnen. Die hohen Wachstumsraten der vergangenen Jahre von gut 5 Prozent würden in Zukunft anhalten - "wenn auch auf leicht abgeschwächtem Niveau", sagte Ameling. China werde in diesem Jahr seine Rohstahlproduktion nochmals um 60 Mill. Tonnen auf etwa 330 Mill. Tonnen steigern. Bereits im vierten Quartal 2005 würden die Chinesen die Produktion aber um 5 Prozent kürzen. Die dortige Nummer eins bei Stahl, Baosteel, habe kürzlich versichert, dass China "grundsätzlich kein Nettoexporteur werden, sondern vor allem den eigenen Stahlbedarf decken" wolle.

Mit "großer Sorge" beobachte der Verband nach wie vor die Lage auf den Rohstoffmärkten. Sie bleibe angespannt und erhöhe damit die Kosten der Stahlherstellung, sagte Ameling. Bei Eisenerz seien die Preise 2005 je nach Sorte zwischen 70 und 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht worden, bei Kokskohle sogar um 120 Prozent. Die Weltmarktpreise für Eisenerz und Schrott seien seit 1998 um 147 Prozent gestiegen. Auch die Kosten für Seefrachtraten und Legierungsrohstoffe hätten kräftig zugelegt.

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