Auftragsflut Flugzeugbauer haben Luxusproblem

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Charles Edelstenne etwa, Chef des Regionalflugzeugherstellers Dassault Aviation, hält nichts davon, Entwicklungsarbeiten für ein neues Flugzeug an Externe zu vergeben. „Ich bin auf keinen Fall bereit, bei der Auslagerung von Aufgaben so weit zu gehen wie die beiden großen Hersteller“, sagte er am Mittwoch in Paris. „Für uns ist es entscheidend, zu 100 Prozent die Entwicklung des Flugzeugs zu kontrollieren.“ Dassault wertet das Vorgehen der Branchenführer als Zeichen der Schwäche. „So etwas macht man nur, wenn zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Flugzeugs zehn Mrd. Euro kostet und sie das Geld dafür nicht haben.“

Das gilt auf jeden Fall für den Airbus-Konzern, der gerade durch Produktionsprobleme in eine existenzgefährdende Schieflage geraten ist. Denn die Lieferverzögerungen bei dem Riesenairbus A380 kosten den Konzern in den nächsten Jahren mindestens fünf Mrd. Euro. Mindestens fünf Milliarden Euro braucht Airbus-Chef Louis Gallois aber für die Neukonstruktion des Dreamliner-Konkurrenten A350. Neben den Zulieferern, die verstärkt als „Risikopartner“ bei Airbus einsteigen sollen, müssen auch die Beschäftigten ihren Preis zahlen. Bis 2010 will Airbus 10 000 Stellen streichen und seine Fertigungsstruktur radikal umbauen. Gallois will, dass mindestens die Hälfte der Entwicklung und der Produktion der A350 von Systempartnern aus der Zulieferindustrie übernommen wird. Bislang liegt die Fertigungstiefe bei Airbus bei fast 70 Prozent.

Nach wie vor kritisieren Kunden wie Emirates und der Leasinganbieter ILFC den Entwurf der überarbeiteten A350. Gelinge es Airbus bis zum Herbst nicht, mindestens einen der zwei Schlüsselkunden für eine Festbestellung zu gewinnen, müsse das Flugzeug erneut überarbeitet werden, heißt es in Branchenkreisen.

Asien treibt die Nachfrage

Beste Kunden

Chinesen, Inder und die Golfstaaten sind derzeit die besten Kunden von Airbus und Boeing. Während Chinesen und Inder vor allem Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge kaufen, bestellen die Golfstaaten die Jumboklasse.

Engpässe: Nicht nur die Hersteller stoßen an Produktionsgrenzen. In vielen Ländern fehlt auch die Infrastruktur für die neuen Jets. In Indien gibt es zu wenig Flughäfen, in China zu wenig Piloten. Auch in Deutschland wird auf den Flughäfen München und Frankfurt jeweils eine zusätzliche Startbahn geplant. Berlin bekommt einen neuen Airport.

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