Auftragslage verschlechtert sich
Golfcart-Hersteller suchen Wege aus der Krise

Wie im Großen, so im Kleinen: In Detroit ächzen die Autokonzerne unter der Krise, und in Augusta im US-Bundesstaat Georgia leiden die Hersteller der motorisierten Golfcarts.

Bloomberg NEW YORK. Wie die großen Autobauer erhalten die Weltmarktführer Club Car und E-Z-Go weniger Aufträge und streichen Arbeitsplätze. Die beiden Unternehmen mit dem Firmensitz am Austragungsort des internationalen Golfturniers US Masters, das der argentinische Außenseiter Angel Cabrera über Ostern für sich entschied, produzieren zusammen 90 Prozent aller Golfcarts weltweit.

Anders als die Automobilkonzerne General Motors und Chrysler bekommen Club Car und E-Z-Go jedoch keine Staatshilfen in Milliardenhöhe. Dabei seien die vierrädrigen Vehikel, die über die Golfplätze rollen, eigentlich kleine Autos, erklärt Präsident Gary Michel von Club Car; das Wort "Cart" bezeichne schließlich im Englischen den Einkaufswagen, den der Kunde im Supermarkt vor sich herschiebt. Die US-Regierung in Washington sieht das anders: Sie legte fest, Golfcarts seien keine Autos.

Club Car, eine Tochter des Kühlgeräte-Herstellers Ingersoll-Rand, fabriziert jährlich rund 100 000 Golfcarts. Die Aufträge gingen jüngst bis zu 20 Prozent zurück, berichtet Michel. Das Problem: Viele Golfplätze machen dicht. In den vergangenen drei Jahren wurden in den USA mehr Golfplätze geschlossen als eröffnet, wie aus einem Bericht 2008 von der National Golf Foundation (NGF) hervorgeht. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Trend von selbst dreht", sagt Kevin Holleran, Präsident von E-Z Go. Das Unternehmen gehört zum Konzern Textron, der unter anderem Cessna-Flugzeuge und Bell-Hubschrauber herstellt.

Auch bei Golfplätzen, die weiterhin geöffnet bleiben, geht der Bedarf zurück. Der NGF-Studie zufolge gibt es weniger Mitglieder und daher weniger gespielte Runden. Das heißt: Die Golfplatz-Betreiber müssen sparen. Dabei kommen ihnen Club Car und E-Z-Go entgegen. Beide bieten an, alte Carts wieder aufzumöbeln. Bislang leasten Golfclubs die Carts in der Regel vier Jahre lang und ersetzten die ersten Fahrzeuge nach 36 Monaten. Ein neues Golfcart kostet im Schnitt 4 300 Dollar (etwa 3 240 Euro), weitaus billiger ist es, Sitze, Batterien und einige andere Teile der alten Carts auszutauschen. Durch einen Mix aus 35 neuen und ebenso vielen überholten Carts habe der Golfclub Cedar Creek in Aiken im Bundesstaat South Carolina, die Leasingkosten um ein Fünftel gesenkt, berichtet die Geschäftsführerin Laurie Adams. "den Unterschied zwischen den neuen und den überholten Carts kann man kaum sehen."

Für Club Car und E-Z-Go eröffnet die Überholung alter Carts neue Umsatzmöglichkeiten. "In der Vergangenheit war die Nachfrage für diesen Service nicht groß", sagt Robert McElreath, Vice President für Marketing bei Club Car. "Jetzt fragen mehr Kunden an." Weiteres Umsatzpotenzial erhoffen sich die Cart-Hersteller jenseits der Golfplätze von den Steuervergünstigungen für batteriebetriebene Fahrzeuge mit niedriger Geschwindigkeit. Die Vergünstigungen von bis zu 2 500 Dollar machten die Carts für Universitäten und Gemeinden interessant, sagen Michel und Holleran. Die batteriebetriebenen Carts bringen es auf eine Geschwindigkeit von 24 Stundenkilometern. "Hier gibt es sicherlich Wachstumspotenzial", sagt Holleran. Bloomberg

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