Auftragsplus im Inland
Deutsche Maschinenbauer beliefern die Heimat

Die deutschen Maschinenbauer frohlocken. In ihren Büchern stehen immer mehr Aufträge. Dabei ist es nicht mehr nur das Ausland, dass auf ihre Produkte setzt.

HB FRANKFURT. Die boomende Branche verbuchte im Januar 25 Prozent mehr Orders als vor einem Jahr, berichtete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt. Die lange Zeit lahmende Inlandsnachfrage legte gar um 27 Prozent zu. Aus dem Ausland gingen 24 Prozent mehr Aufträge ein. Der Funke aus dem Export ist nach Verbandsangaben nachhaltig auf das Inland übergesprungen.

„In Deutschland hatten wir nun bereits drei gute, dynamische Monate“, sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. „Das ist mehr als ein Strohfeuer.“ Zuletzt waren die Inlandsaufträge im Dezember 2005 ähnlich stark gestiegen. Die hohen Wachstumsraten ergäben sich allerdings auch wegen des immer noch niedrigen Ausgangsniveaus.

Im Ausland verbuchte die Branche das stärkste Plus in den Erdöl exportierenden Ländern, Russland und im Wachstumsmarkt Indien. Dort würden die stark gestiegenen Öleinnahmen in Maschinen „made in Germany“ reinvestiert. Ein überdurchschnittliches Orderplus kam auch aus dem Euro-Raum. 7 von 10 Maschinen gehen inzwischen in den Export.

Das „Auftragsfeuerwerk“ gehe zwar zum Teil auf Großanlagen zurück, berichtete der Verband. „Doch auch in der Breite hätte es für ein stattliches Plus gereicht“, sagte Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse.

Der deutsche Maschinenbau erwartet 2006 zum dritten Mal in Folge ein Rekordjahr. Einen so ungewöhnlich langen Zyklus hat die Branche seit 1990 nicht mehr gesehen. Die Produktion soll um 2 Prozent zulegen – nach 4,4 Prozent im vergangenen Jahr. Neue Stellen wird die drittgrößte deutsche Industriebranche mit 862 000 Beschäftigten aber nicht schaffen.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau als einer der wichtigsten Geschäftsbereiche machte im vergangenen Jahr überdurchschnittlich gute Geschäfte. Die Produktion wuchs um 8 Prozent auf 10,3 Mrd. Euro, berichtete der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) in Frankfurt. 2006 werde dieses Wachstum gehalten. Grund dafür sei – bei schwacher Inlandsnachfrage – vor allem der außergewöhnlich starke Export gewesen, der mit plus 24 Prozent einen historischen Höchststand von 6,1 Mrd. Euro erreichte. Wichtigster Absatzmarkt sei China. Das Reich der Mitte und die USA kauften gemeinsam über ein Viertel der deutschen Werkzeugmaschinenausfuhren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%