Auftragsschwäche
Skepsis in der Baubranche nimmt zu

Der Optimismus der Baubranche ist enttäuscht worden. Trotz milliardenschwerer Konjunkturprogramme gehen die Aufträge der Bauunternehmen zurück und neue Entlasssungen drohen. Die Branche hofft auf schnelle Genehmigung und Auftragsvergabe bei staatlichen Investitionen.

DÜSSELDORF. Der noch Anfang des Jahres herrschenden positiven Einschätzung der Lage am Bau ist trotz milliardenschwerer Konjunkturprogramme Ernüchterung gewichen. Der Umsatz werde in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent auf 188 Mrd. Euro sinken, sagte Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB). Während er für das Bauhauptgewerbe mit einem Minus von zwei Prozent rechnet, beschränkt sich der Rückgang im Bereich Ausbau und Gebäudetechnik sowie Dienstleistungen auf 0,5 bis ein Prozent. Hier wirkten die Förderprogramme spürbar stützend. Die BVB vertritt das Bau- und Ausbauhandwerk und repräsentiert 80 Prozent der Leistungen der gesamten Baubranche.

Das Bauhauptgewerbe habe in den ersten drei Monaten des Jahres in allen Bausparten gegenüber dem Vorjahr weniger Aufträge in den Büchern, sagte Schneider. Besonders der Wirtschaftsbau spüre die Krise, da ein Fünftel der Aufträge weggebrochen sei. Selbst der öffentliche Bau habe das erste Quartal mit einem Auftragsrückgang von fast sechs Prozent abgeschlossen. Trotzdem werde der Personalabbau nicht forciert: Wie im Vorjahr zeichne sich ein Rückgang um 20 000 Stellen ab – rund die Hälfte davon im Bauhauptgewerbe.

Bei den Baugenehmigungen zeigten sich jedoch positive Signale, die als Indiz für die erfolgte Genehmigung von geplanten Projekten aus den Konjunkturpaketen zu werten seien, so Schneider. Allerdings seien diese noch nicht zur Auftragsvergabe gekommen.

Hoffnung gibt es für die Kampa-Kunden. Sie können nun ihre Häuser fertig stellen, auch neue Häuser werden wieder angeboten. Der ehemalige Technik-Vorstand des insolventen Fertighausbauers, Josef Haas, hat die Lizenzen für die Markenrechte, ein bundesweites Musterhausnetz sowie das Innovations- und Designcenter in Steinheim erworben. Auch der Vertrieb und eine aus Kampa-Mitarbeitern bestehende, neu aufgestellte Innendienstorganisation wurden übernommen. Die Kapitalausstattung der neuen Kampa GmbH erfolgte durch den Investor sowie durch Partner aus der Zulieferindustrie. Neue Kampa-Häuser werden künftig in Lohnfertigung von einem Partner aus der Holzindustrie gebaut, sagte Haas.

Laut Insolvenzverwalter Werner Schreiber konnten für die Werke in Steinheim und Ziesar bisher keine Investoren gefunden werden. Kampa hatte im März Insolvenz angemeldet. Nachdem 70 Interessenten abgesprungen waren, hatten 750 Beschäftigte der Kampa-Gruppe ihren Arbeitsplatz verloren.

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