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Aufwärtstrend: Infineon peilt langfristiges Wachstum an

Die Zeiten des ewigen Auf und Ab sind vorbei, Infineon rechnet nach jahrelanger Berg- und Talfahrt mit einem stabilen Aufwärtstrend. Der Chiphersteller peilt ein Wachstum von mindestens zehn Prozent pro Jahr an.

Bei Infineon geht es weiter aufwärts. Quelle: AP
Bei Infineon geht es weiter aufwärts. Quelle: AP

NeubibergDank lang laufender Verträge mit Kunden aus der Autobranche und der Industrie werde das Unternehmen langfristig pro Jahr um mindestens zehn Prozent wachsen, sagte Firmenchef Peter Bauer am Dienstag bei einer Analysten-Konferenz am Infineon-Hauptsitz in Neubiberg bei München. Rückenwind erwartet Bauer dabei auch von der Energiewende in Deutschland. Infineon liefert unter anderem Komponenten für Windräder, die nach dem Aus der Atommeiler einen größeren Anteil zur Stromversorgung beitragen sollen.

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Infineon hatte im Sommer 2010 das stark und schnell schwankende Mobilfunkgeschäft für 1,1 Milliarden Euro an den US-Chipriesen Intel verkauft und konzentriert sich seitdem auf Auto-, Industrie- und Sicherheitschips. „Vor zehn bis 15 Jahren zu Zeiten der Dotcom-Blase galt dieses Geschäft als wenig sexy“, sagte Bauer. Heute sichere es der einstigen Siemens-Tochter stabile Gewinne. In einem normalen konjunkturellen Umfeld werde Infineon die operative Marge auf dem Rekordniveau von rund 20 Prozent halten, sagte Bauer. Über einen gesamten Wirtschaftszyklus hinweg geht der Konzern von einer durchschnittlichen Marge von rund 15 Prozent aus.

An der Börse kam die Langfrist-Prognose des Unternehmens, das vor zwei Jahren noch kurz vor dem Kollaps stand, gut an: Infineon-Aktien legten rund zwei Prozent zu und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Leitindex Dax.

Zukäufe denkbar, aber nicht zwingend

Mit 2,3 Milliarden Euro in der Kasse sieht sich Infineon auch für Zukäufe gut gerüstet, will sein Pulver aber vorerst trocken halten. Es gebe keine Neuigkeiten beim Thema Übernahmen, sagte Bauer, der in jedem Fall ein „Cash-Polster“ von rund einer Milliarde für schwierigere Zeiten zurückhalten möchte. „Es gibt aus unserer Sicht kein Druck für eine Konsolidierung des Marktes“, betonte Bauer. Infineon könne künftig in seinen Geschäftsfeldern auch organisch hohe Wachstumsraten erzielen.

In dem noch bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2010/11 werde Infineon rund 850 Millionen Euro für den Ausbau seiner Kapazitäten investieren, sagte Finanzchef Dominik Asam. Auch in den kommenden beiden Jahren werde Deutschlands größter Chipkonzern viel Geld für Investitionen in die Hand nehmen.

Firmenchef Bauer bekräftigte für das Geschäftsjahr 2010/2011 die bereits zwei Mal angehobene Prognose. Der Umsatz soll demnach um 20 Prozent steigen und die operative Marge bei rund 20 Prozent liegen. Die Geschäfte von Infineon seien durch die Natur- und Atomkatastrophe in Japan bisher kaum belastet worden, erklärte Bauer. Da die Lager an Halbleitern langsam leer seien und einige japanische Autokonzerne ihre Produktion wieder hochgefahren hätten, seien Engpässe in der Branche in den nächsten Monaten allerdings nicht auszuschließen.

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