Industrie

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Aufziehende Konjunkturkrise: Porsche drosselt Produktion

Eigentlich war Porsche-Chef Müller wegen des Produktionsstarts des Boxsters nach Osnabrück gekommen. Dann gab er bekannt, dass die Gesamtproduktion zurückgefahren wird. Gegengesteuert werden soll mit Kostensenkungen.

Niedersachsens Ministerpräsident McAllister und Porsche-Chef Müller im neuen Boxster. Quelle: dapd
Niedersachsens Ministerpräsident McAllister und Porsche-Chef Müller im neuen Boxster. Quelle: dapd

OsnabrückDie Konjunkturflaute verschont auch Luxus-Automarken wie Porsche nicht: Die VW -Tochter will die Fertigungsbänder im nächsten Jahr langsamer laufen lassen, um keine Sport- und Geländewagen auf Halde zu produzieren. „Wir werden die Produktion moderat reduzieren“, kündigte Porsche-Chef Matthias Müller am Mittwoch am Rande des Produktionsstarts des Einstiegsmodells Boxster in Osnabrück an.

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Die Absatzmärkte befänden sich weltweit tendenziell im Rückwärtsgang. „Fakt ist: Das trifft auch die Premiumhersteller.“ Porsche werde 2013 möglicherweise fünf bis zehn Prozent weniger Autos verkaufen als bislang geplant.

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Bisher hatten nur die auf Europa fokussierten Massenhersteller wie Peugeot und Opel mit dem Käuferschwund im Zuge der Staatsschuldenkrise zu kämpfen. Bei ihnen stehen Entlassungen und Kurzarbeit auf der Tagesordnung, denn in Europa werden so wenig Autos wie seit Jahren nicht verkauft. Premiumhersteller wie Daimler, BMW oder die VW-Tochter Audi bügelten die Einbußen in Europa mit Exporterfolgen in China und den USA mehr als aus. Für 2012 kalkulieren sie Rekordverkaufszahlen ein.

Mit Porsche räumt nun die erste Premium-Marke ein, dass die Flaute nachhaltig auf das Geschäft durchschlagen wird. Die für 2013 zurückgeschraubten Absatzerwartungen seien zwar „kein Beinbruch“, sagte Porsche-Chef Müller. Um den eigenen Gewinnansprüchen gerecht zu werden, werde Porsche jedoch mit Kosten- und Investitionssenkungen gegensteuern.

„Wir werden das ein oder andere Projekt eventuell verschieben“, kündigte Müller an. Zuletzt hatten die Schwaben bereits Pläne für eine kleine Version der Luxus-Limousine Panamera zurückgestellt.

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Porsche war Anfang August als zwölfte Marke komplett unter das Dach von VW geschlüpft und gilt als rentabelster Autobauer der Welt. Selbstgestecktes Ziel ist eine operative Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent, die in den vergangenen Jahren locker erreicht wurde.

Zudem will Porsche bis 2018 den Absatz auf 200.000 Autos steigern, den größten Schub bei den Verkaufszahlen rechnen sich die Schwaben durch den geplanten kompakten Geländewagen Macan aus. 2011 hatte Porsche knapp 120.000 Autos verkauft, diese Absatzmarke soll 2012 überboten werden.

Für 2013 stellte Müller einen Absatz mindestens in Höhe des laufenden Jahres in Aussicht, ohne die Prognose für 2012 zu beziffern. In den ersten acht Monaten dieses Jahres schlugen die Stuttgarter mehr als 92.000 Fahrzeuge los, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

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VW-Chef Martin Winterkorn bekräftigte, der Wolfsburger Autokonzern werde seine langfristigen Ziele wegen der Krise nicht zurücknehmen. „Natürlich stört uns Südeuropa, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden“, sagte Winterkorn.

Im VW-Werk in Osnabrück rollte am Mittwoch der erste neue Porsche Boxster vom Band. Bislang wird der offene Zweisitzer im Stammwerk in Zuffenhausen gebaut, das jedoch aus allen Nähten zu platzen droht. Im einstigen Karmann-Werk in Osnabrück werden deshalb neben dem Golf Cabriolet von VW künftig auch Fahrzeuge von Porsche gefertigt.

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