A&O und Imaging Solutions kommen zum Zug
Erste Teile von Agfa sind verkauft

Der Ausverkauf der insolventen Agfa Photo hat begonnen. Zwei, vielleicht drei Sparten haben einen Käufer gefunden. Dabei kam auf Umwegen auch ein alter Bekannter zum Zug, während ein Favorit leer ausging.

HB FRANKFURT. Als erster Interessent sicherte sich der mittelständische IT-Dienstleister A&O mehrere Geschäftsteile der Fotofirma. „Am Wochenende wurde der Kaufvertrag für die Chemiefabrik in Vaihingen/Enz unterschrieben“, teilte der Geschäftsführer der A&O-Gruppe, Michael Müller, mit. Außerdem werde von Agfa Photo die Ersatzteilversorgung für die so genannten Minilabs - Kleinlabore zur Fotoentwicklung - übernommen. Im Wartungs- und Servicegeschäft liege die Kernkompetenz von A & O. Gläubigerausschuss und Aufsichtsrat von AgfaPhoto hätten dem Verkauf zugestimmt.

Den Geschäftsbereich der im bayerischen Peiting ansässigen Produktion von Großlaborgeräten mit rund 60 Mitarbeitern übernimmt laut Agfa Photo die Imaging Solutions Group, ehemals Gretag. Sie war der größte Konkurrent von Agfa in diesem Bereich. Bei Großlabormaschinen besaßen die beiden Unternehmen eine Vormachtstellung. Auch Fuji hatte Interessen an der Sparte geäußert.

Imaging Solutions ist eine Tochtergesellschaft des britischen Fotoautomatenherstellers Photo-Me. Verhandlungen mit Photo-Me über eine Übernahme der gesamten Agfa Photo GmbH waren am 18. Oktober 2005 gescheitert. Die Gläubiger hatten das Angebot als unzumutbar zurückgewiesen.

Die Agfa Photo GmbH war erst im November 2004 aus dem Agfa-Gaevert-Konzern ausgegliedert worden. Bereits im Mai 2005 musste das Unternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden. Das Traditionsunternehmen hatte ehemals knapp 1800 Mitarbeiter. Seit der Insolvenzeröffnung gingen bereits 700 in eine Beschäftigungsgesellschaft. Wie viele der verbliebenen 1100 Arbeitsplätze durch Übernahmen gerettet werden könnten, ist offen.

A&O übernimmt mit der Chemiefabrik in Vaihingen nach eigenen Angaben 50 Beschäftigte von Agfa Photo. In dem Werk werden Fotochemikalien hergestellt. Das Geschäft soll ausgebaut werden. Die Gruppe besitze zudem die Option für den Erwerb der Minilab-Sparte und der 360 halbfertigen Minilabs, die im Agfa-Werk Peiting bei München hergestellt wurden. „Hier könnte die Produktion dann wieder anlaufen.“

A&O hatte im Frühjahr die Siemens-Tochter Sinitec übernommen. Früheren Angaben will der Mittelständler bei Sinitec weniger Stellen abbauen als von der ehemaligen Muttergesellschaft geplant.

Am 31.12. diesen Jahres hört Agfa Photo auf zu existieren.

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