Aurubis
Kupferhütte auf dem Akquisitionspfad

Europas größter Kupferkonzern Aurubis will mit dem Ende der Krise auf den Akquisitionspfad gehen. Potenzielle Kandidaten hat Vorstandschef Bernd Drouven bereits im Visier. Noch zögert er aber, noch müssten Risiken ausgeräumt werden.
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HAMBURG. "Es gibt mehrere Aktivitäten, die wir uns anschauen", sagte Drouven dem Handelsblatt. Namen nannte er nicht. Er machte aber klar, dass Zukäufe von Kupferproduzenten in Europa nicht auf dem Plan stehen. Ihn schrecken die hohen Stromkosten; die Produktion von Kupfer verschlingt große Mengen an Strom. Am Hauptstandort Hamburger ist die Hütte der größte Stromkunde. Im Fokus hat der Konzernlenker hingen Wachstumsmärkte in Asien und Südamerika. Dort schaue sich das Unternehmen nach Zielen um.

Aurubis hatte auch in der Wirtschaftsflaute seine Augen für Wachstumschancen offen gehalten, allerdings vergeblich. "In der Krise gab es keinen verkaufsbereiten Eigentümer, da die Bewertungen im Keller waren. Wir sind jetzt in einer Phase, in der die Preise nicht mehr überzogen sind." Neben unabhängigen Kupferfirmen könnten sich laut Drouven auch Industriekomplexe von ihren Kupferaktivitäten trennen.

Die Metallproduktion wirft derzeit geringere Margen ab als die Förderung von Rohstoffen. Aurubis ist derzeit der weltweit zweitgrößte Kupferhersteller nach der chilenischen Codelco. Mit Akquisitionen in Übersee will sich der Konzern auch von der Abhängigkeit seiner europäischen Standorte lösen. Wegen der steigenden Energiekosten fürchtet Drouven um deren Wettbewerbsfähigkeit. "Wenn wir investieren, dann gehen wir bevorzugt in wachsende Märkte."

Zufrieden äußerte sich der Konzernchef über das Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 2009/2010. Es habe keine besonderen Ereignisse gegeben, sagte er. "Vor dem Hintergrund gilt das, was wir bisher kommuniziert haben, auch für das vierte Quartal." Zuletzt hatte Drouven eine deutliche Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt. Im Krisen-Geschäftsjahr 2008/09 hatte der Konzern mit seinen knapp 5 000 Mitarbeitern rund 6,7 Mrd. Euro umgesetzt und dabei einen Gewinn von 53 Mio. Euro erwirtschaftet.

Für das angelaufene Geschäftsjahr stellte der Manager eine erneute Gewinnsteigerung in Aussicht. "Wir haben eine Reihe von positiven Einflüssen", sagte Drouven. So würden die Schmelzlöhne steigen. Diese erhält Aurubis für die Herstellung von Kupfer und machen die Haupteinnahmequelle aus. Der Preis für das eigentliche Kupfer ist ein durchlaufender Posten, der sich an der Londoner Metallbörse LME orientiert.

Zum besseren Abschneiden soll auch die Absicherung gegen Währungsschwankungen beitragen. "Beim US-Dollar haben wir uns zu Zeiten des schwächeren Euro stärker ausgedeckt", sagte Drouven. Im Durchschnitt liege Aurubis unter dem jetzigen Niveau des Dollar - "eher bei 1,31 oder 1,32 Dollar". Ein Euro kostet derzeit 1,40 Dollar. "Das wird positiv für das Geschäftsjahr sein."

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