Aurubis
Rohstoff-Krise erreicht auch Kupferhersteller

Lange konnte sich Aurubis dem Abwärtstrend am Rohstoffmarkt widersetzen. Doch nun erreicht die Krise auch den Kupferhersteller. Negative Bewertungseffekte sorgen für einen Verlust im ersten Quartal.

Hamburg/DüsseldorfDer Kupferhersteller Aurubis ist schwach in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Unter dem Strich stand wegen negativer Bewertungseffekte im ersten Quartal ein Verlust von 25 Millionen Euro, wie der MDax-Konzern am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatten die Hamburger noch 25 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.

Niedrigere Kupfer- und Edelmetallpreise sorgten von Oktober bis Ende Dezember für einen Umsatzrückgang um 9 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sackte um 16 Prozent auf 41 Millionen Euro ab. Eine geringere Edelmetallproduktion bei niedrigeren Preisen sowie die geringe Verfügbarkeit von Altkupfer belasteten.

Während weltweit die großen Konzerne bereits mit dem anhaltenden Preisrückgang an den Rohstoffmärkten kämpften, hatte sich der Hamburger Kupferkonzern dem Abwärtstrend im vergangenen Geschäftsjahr noch erfolgreich widersetzt. Unter dem Strich stand ein Rekordergebnis: Der operative Vorsteuergewinn wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 343 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Aurubis profitierte vor allem von steigenden Einnahmen für das Schmelzen und Verarbeiten von Kupfer.

Allerdings hatte Vorstandssprecher Erwin Faust bereits schlechtere Zeiten angekündigt: „Insgesamt erwarten wir eine gewisse Normalisierung unseres Geschäfts und auch für das Geschäftsjahr 2015/16 ein gutes Ergebnis, das jedoch nicht an das diesjährige Rekordergebnis anknüpfen wird.“

Die Anleger reagierten darauf prompt. Die Aktie büßte Mitte Dezember rund ein Viertel ein, nachdem sie zuvor mit gut 62 Euro ein Rekordniveau erreicht hatte. Seit 2009 hatte sich der Kurs verdreifacht. Das sich abzeichnende enttäuschende erste Quartal 2015/16 hat die Aktie dann weiter nach unten gedrückt. Mit nur noch 38 Euro war sie so billig wie zuletzt Mitte 2014.

Deutlich schlechter war es aber etwa der Aktie von Freeport-McMoran, dem weltweit größten börsennotierten Kupferproduzenten, ergangen. Seit Mitte 2014 ist das Papier von fast 30 Dollar auf zeitweise weniger als fünf Dollar abgerutscht. Der US-Konzern leidet nicht nur unter den schwachen Kupferpreisen - das Metall notierte zeitweilig auf Sechsjahrestief -, sondern ist unter anderem auch im Öl- und Gassektor aktiv, wo die Preise ebenfalls kräftig gefallen sind. Im vierten Quartal hatte Freeport-McMoran sogar einen Verlust von 4,1 Milliarden Dollar bekanntgegeben.

Aurubis, an dem der deutsche Stahlkonzern Salzgitter mit einem Anteil von 25 Prozent eine entscheidende Beteiligung hält, ist weltweit drittgrößter Produzent von raffiniertem Kupfer. Jährlich produziert Aurubis an seinen Standorten in Europa und den USA mehr als eine Millione Tonnen Kupferkathoden. Daraus entstehen diverse Kupferprodukte. Etwa zwei Drittel des Metalls wird zu Kabeln und Draht verarbeitet, die von der Elektro- oder der Automobilindustrie weiterverarbeitet werden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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