Zusätzlich baut Jungheinrich sein Engagement in China aus. In einem Joint Venture mit einem chinesischen Partner fertigt Jungheinrich bereits einfache Lagergeräte ohne eigenen Antrieb. Ein eigenes Montage-Werk bei Shanghai, das im vergangenen Jahr startete, soll ausgebaut werden. „Wir identifizieren Lieferanten und werden die Fertigung steigern“, sagte Frey. Die Märkte Russland und China sollen kräftig ausgebaut werden. „In zehn Jahren ist ein Anteil von 15 Prozent am Konzernumsatz möglich“, sagte Frey. Heute erzielt Jungheinrich in Russland und China erst drei Prozent seines Umsatzes.
Wachstum über Zukäufe lehnt Frey ab. „Diese wären schwer zu integrieren“, sagte er. „Wir sind ein Premiumanbieter und wachsen lieber langsamer, aber dafür nachhaltiger.“ Jungheinrich hat erst vor einigen Jahren die vorher übernommenen Marken Steinbock, Boss und MIC aus dem Programm genommen und auf die eigene Marke umgestellt. Frey räumt ein, dass dies Marktanteile gekostet hat. Dies liege aber auch daran, dass man bei schlechten Preisen Aufträge abgelehnt habe. „Im Mix wurden mehr höherwertige Produkte verkauft“, bestätigt Analyst Kuls. Jungheinrich achtete laut Frey besonders darauf, dass bei den Aufträgen auch ein anschließender Service vereinbart wurde, denn dieser bringt ebenso wie das Ersatzteilgeschäft höhere Renditen als der reine Verkauf.
Denn der Wettbewerb ist härter geworden. Laut Analyst Kuls sorgt vor allem die zu Kion, der ehemaligen Gabelstapler-Sparte von Linde, gehörende, ebenfalls in Hamburg ansässige Firma Still für Preisdruck. Aber auch Toyota drängt auf den europäischen Markt.

