Aus für das Werk Bochum
Opelaner müssen wieder ans Band

Das Opel-Werk in Bochum soll geschlossen werden, doch der Alltag muss weitergehen. Im ersten Zorn hatten einige Arbeiter Streiks angedroht. Trotzdem liefen die Bänder am Dienstag wie gehabt an.
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BochumDie Frühschicht im Bochumer Opel-Werk hat am Dienstagmorgen ihre Arbeit nach der Hiobsbotschaft vom Montag wieder ganz normal aufgenommen. Das sagte Pressesprecher Alexander Bazio der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Nach Schließungsankündigung für die Bochumer Autofertigung hatten einige Beschäftigte Warnstreiks angekündigt. Am Montag war die Produktion für eine Betriebsversammlung unterbrochen worden. Opel-Vorstand und General-Motors-Führung hatten entschieden, dass ab 2016 keine weiteren Autos mehr in Bochum gebaut werden sollen. Der Betriebsrat kritisierte diese Entscheidung scharf.

Die Position der Arbeitnehmer sei aktuell nicht stark genug, weil für das Werk ohnehin für Januar Kurzarbeit angemeldet ist, hieß es aus Mitarbeiterkreisen. Die Arbeitnehmervertreter halten der Unternehmensführung schwere Fehler vor. „Die Ursachen der Überkapazitäten sind nicht nur im wirtschaftlichen Umfeld zu suchen, sondern sind auch hausgemacht“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug in Rüsselsheim. „Diese Suppe sollen nun die Kolleginnen und Kollegen in Bochum auslöffeln.“

Der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) hat von der Opel-Mutter General Motors (GM) eine Beschäftigungsgarantie für die gut 3000 Arbeiter am Standort Bochum gefordert. "Unsere Forderung ist ganz klar. Niemand von den Beschäftigten darf in die Arbeitslosigkeit gehen, auch nicht nach 2016", sagte Duin am Dienstag im Deutschlandfunk. Die Landesregierung setze sich derzeit dafür ein, dass sich auf den Werksflächen in Bochum neue Unternehmen ansiedeln, um dort eine Perspektive für industrielle Produktion zu entwickeln. "Was bislang fehlt, ist ein klares Bekenntnis von GM, in den Prozess verlässlich mit einzusteigen", sagte Duin.

Das Land sieht er dabei finanziell nicht in der Pflicht: "Wir können nicht ein Gesetz machen oder ganz viel Geld in die Hand nehmen, um das zu machen. Das Geld muss von Opel kommen. Die sind in der Verantwortung, die müssen dafür sorgen, dass die Menschen nicht in die Arbeitslosigkeit kommen, sondern eine Perspektive auch in industrieller Beschäftigung weiter haben." Opel könne sich aussuchen, ob das Unternehmen "einen sehr teuren Sozialplan" macht oder ob es hilft, neue Industrieansiedlungen zu realisieren.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warf dem Opel-Mutterkonzern General Motors gravierende Management-Fehler vor. „Ich bin sauer, gerade weil das Unternehmen Fehler gemacht hat, auch beim Umgang mit den Mitarbeitern in der Vergangenheit“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Dienstag).

GM müsse sich fragen lassen, ob der Konzern in der Vergangenheit alles Notwendige getan habe, um das Aus für Bochum zu verhindern. „So war es ein Fehler, dass Opel nur in sehr geringem Umfang Autos im wichtigen Wachstumsmarkt China verkaufen durfte.“ Er erwarte, „dass das Unternehmen seiner Verantwortung gerecht wird und mithilft, die Folgen der Werksschließung für die Beschäftigten abzumildern“.

Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel rief zum Kampf um den Standort auf. „Wir werden auch nach 2016 in Bochum Autos bauen“, sagte er am Montag nach der Betriebsversammlung in Bochum. Der Betriebsrat fordert eine klare Aussage für die Beschäftigten. Die IG Metall-Vertrauensleute treffen sich „kurzfristig“, um über ihre künftige Strategie zu beraten. An diesem Mittwoch wolle außerdem die IG Metall-Tarifkommission für alle Opel-Standorte in Frankfurt zusammenkommen, teilte die Gewerkschaft mit.

Rund 3300 Opelaner in Bochum und 1000 Fremdfirmenbeschäftigte sowie tausende indirekt vom Werk abhängige Beschäftigte bangen um Jobs oder Aufträge. Stadt und Land wollen aber helfen, eine neue Perspektive für den Standort zu entwickeln. Das Opel-Warenverteilzentrum in Bochum mit derzeit 430 Mitarbeitern solle erhalten und möglicherweise aufgestockt werden, hatte Opel mitgeteilt. In Verhandlungen mit den Arbeitnehmern will das Unternehmen prüfen, ob eine Teilefertigung in Bochum wirtschaftlich möglich ist. In dem Werk könnte eine dreistellige Zahl von Jobs entstehen, hatte die Opel-Spitze mitgeteilt.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Opel muss wieder in Deutsche Hand ! Meinet wegen auch ein Staatskonzern werden ! GM lässt Opel absichtlich verbluten sodass deren Chevrolet mehr anteile am Markt gewinnt...die wollen halt das es den Ami's gut geht...Mit Bochum wird das nicht enden ! Opel wird den Bach unter gehen wenn das so weiter geht ! Merkel und ihre Sparpolitik erledigt das übrige ... WIR BRAUCHEN INVESTITIONEN in Süd Europa - aber Merkels Politik schütz die Gläubiger und die Banken die allesammt wild Spekuliert haben... WARUM muss z.B. Griechenland hohe Zinsen zahlen ? Weil es das Risiko gibt das sie Zahlungsunfähig werden. Aber Diese Poltik die die Gläubiger/Banken schütz lässt den Zins überflüssig werden , da es kein Risiko mehr für die Banken gibt.. die Spekulieren ja schon wild weiter und wir zahlen das aus...Ich will das meine Steuergelder für Investitionen drauf gehen ! z.B. in Bochum , aber auch in Südeuropa...aber ich will nicht mein Geld Kampflos den Ackermännern schenken lassen ! Das ist Veruntreuung ! Und die Kanzlerin redet weiter von STAATSCHULDEN KRIESE...warum entstand diese ? - WEGEN DER RETTUNG DER BANKEN...
    Ich werd 2013 Die Linke wählen - wird meine Erstwahl sein - endlich 18 ! Und das nicht weil ich Sozialist/Kommunist bin ! - ich werd se wählen weil ich zurück zur Sozialen Marktwirtschaft will , wir sind viel zu weit Rechts im Kapitalismus gelandet dank den Deregulierungen der Vergangenen Regierungen...Wählt die Linke ! (Und lasst den Ideologischen Schwachsinn , glaubt ihr wirklich das die den Kommunismus einführen ? - Die sind derzeit die einzigen die nicht gegen die Verfassung vorgehen...Im gegensatz zu CDU/CSU etc.)

  • Den Mitarbeitern aus Bochum wurde allerdings auch angeboten in andere Standorte zu wechseln. Dies ist, zugegebenermaßen, mit sozialen Härten verbunden und bedauerlich für den einzelnen Mitarbeiter. Ganz ohne Zweifel ist, dass das Werk von seinem gesamten Aufbau veraltet ist und darin weiter zu investieren ökonomisch nicht sinnvoll ist. Da müsste schon eher ein komplett neues Werk her, wie seiner Zeit in Rüsselsheim und das ist bei der Absatzlage nicht zu rechtfertigen. Ich habe für OPEL bis 2000 gearbeitet, es war damals schon absehbar was die von GM vorgegebene Unternehmenspolitik/Modellpolitik verursachen würde. Mir tut es für die Menschen Leid, OPEL hat eine sehr angenehme Unternehmenskultur und gute Leute, eigentlich eine exzellente Basis für Erfolg. Ich wünsche allen Opelander viel Glück!

  • Durch die Art und Weise wie das GM Management über Jahrzehnte hinweg die Marken Opel und Vauxhall durch allerlei Cowboy-Ticks öffentlich hat leiden lassen, so, dass Kunden sich von der Marke abwenden und Marktanteile verlorengehen, wäre es besser gewesen nach der GM Pleite Opel abzustoßen anstatt zu behalten. Erfindungen und Patente direkt kostenlos nach Detroit zu verschieben und mit einer "rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln"-Methode Verbrauchervertrauen zu zerstören bedeutet den Verlust von Markenreputation. Das Image ist erodiert. Gleichzeitig macht GM Milliardeninvestitionen in die Marke Chevrolet mit einem billigen Abklatsch auch Korea und Markensponsoring für Chevrolet bei Manchester United in der Höhe des Verlustes von Opel und Vauxhall in Europa. Bei vielen Opelhändlern steht heute auch das Chevrolet-Sortiment oder bald auch bei Peugeot-Händlern. So schädigt GM primär seine eigene Marken. Folgerichtig sollten die Gewerkschaften, die ja einen harten Kampf angesagt haben, um Bochum zu retten, damit es zu teuer für GM wird Bochum zu schließen, einen Moment innehalten und kleine Kärtchen drucken, die man hinter die Scheibenwischer eines jeden Chevorlet steckt: "Wer Chevrolet kauft, entlässt Opel-Mitarbeiter", respektive Vauxhall-Mitarbeiter in UK. So stärkt man die Solidarität mit der Marke Opel (Vauxhall) und schädigt das Image von Chevrolet in Europa, der der härteste Konkurrent der Marke im eigenen Haus ist. Man nennt das Guerilla Marketing. Denn wenn das Konzept von GM in Europa nicht aufgeht, Opel und Vauxhall durch Chevrolet zu ersetzen, wird es für GM wichtiger die Marken Opel und Vauxhall zu beerdigen.

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