Aus USA, China und Dubai
Neue Milliardenaufträge für Boeing

Dem US-Flugzeughersteller sind in den vergangenen Tagen gleich mehrere Großaufträge in die Auftragsbücher geflattert. Kunden aus den USA, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten haben insgesamt 132 Maschinen der Typen 787, 777 und 737 geordert. Und weitere Aufträge sind in Sicht.

HB/and PEKING/DUBAI. So wurde US-Präsident Georg W. Bush in Peking mit einem himmlischen Geschenk hat China empfangen. Das Reich der Mitte bestellte beim US-Flugzeugbauer Boeing 70 Mittelstreckenflugzeuge zum Listenpreis von vier Mrd. Dollar. Nach Angaben von chinesischer Seite ist der Auftrag für Flugzeuge aus der Modellreihe 737 die größte Einzelbestellung in Chinas ziviler Luftfahrt. Zudem orderte am Montag die Leasingfirma ILFC 20 Maschinen des Typs 787 im Wert von 2,7 Mrd. Dollar bestellt. Zudem habe das zum Versicherungskonzern AIG gehörende Unternehmen sich eine Option auf vier weitere „Dreamliner“ gesichert, teilte Boeing am Montag auf der Luftfahrtmesse in Dubai mit.

Am Wochenende hatte Boeing bereits einen Auftrag der arabischen Fluggesellschaft Emirates im Volumen von 9,7 Mrd. Dollar für 42 Großraummaschinen des Typs 777 bekannt gegeben. Es ist die größte Bestellung, die der Airbus-Rivale jemals aus der arabischen Golf-Region erhielt.

Die Flugzeuge für China sollen rechtzeitig zu den Olympischen Spielen zwischen 2006 und 2008 an acht chinesische Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Weitere 80 Boeing-Flugzeuge sind laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua im Gespräch. Dieser Auftrag soll möglicherweise beim Gegenbesuch von Chinas Staatschef Hu Jintao in Washington Anfang kommenden Jahres unterzeichnet werden. Für die USA spielen die Flugzeugexporte nach China eine besonders Rolle, da so große Geschäfte das Defizit in der Handelsbilanz mit China verkleinern. Neben Flugzeugen kauft China vor allem noch Baumwolle im großen Stil von den USA. Dieses Jahr wird dennoch ein US-Defizit von erstmals 200 Mrd. Dollar erwartet.

Der Kauf der Boeing-Flugzeuge dürfte auch beim europäischen Flugzeugbauer Airbus neue Hoffnung auslösen. Airbus hat ebenfalls einen Großauftrag über A320-Modelle mit China ausgehandelt und möchte insgesamt 150 Maschinen verkaufen. Bislang teilte die chinesische Regierung seine Flugzeugbestellungen ziemlich genau zwischen den beiden Rivalen Airbus und Boeing auf. Der Airbus-Auftrag sei nur aus politischen Gründen nicht beim Besuch von Hu Jintao in Berlin unterzeichnet worden, heißt es in Industriekreisen. Die Chinesen hätten sonst ein wichtiges Pfand gegen die Amerikaner in den Boeing-Verhandlungen verloren.

Nach Schätzungen von Experten benötigt China rund 450 dieser Flugzeuge mit 110 bis 190 Sitzplätzen bis zum Jahr 2025. China ist der am schnellsten wachsende Markt für Passagierflugzeuge und wird hinter den USA bald die Nummer zwei sein. In den kommenden 20 Jahren benötige das Reich der Mitte 1 790 Maschinen, schätzt Airbus. Boeing geht gar von 2 000 Flugzeugen aus. Auftragswert insgesamt: 230 Mrd.Dollar.

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