Aus zum Jahresende
General Motors schließt Werk in Portugal

Der Opel-Mutterkonzern wird trotz europaweiter Proteste zum Jahresende sein Werk in Portugal schließen. Damit setzt General Motors (GM) seinen harten Sanierungskurs fort. Über tausend Mitarbeiter sind von dem Schritt betroffen.

HB RÜSSELSHEIM/ZÜRICH. Zum Jahresende werden die Bänder in der Fabrik im Azambuja mit 1150 Mitarbeitern still stehen, teilte GM Europa am Dienstag in Zürich mit. Die Produktion im portugiesischen Azambuja werde ins spanische Saragossa verlagert. „Hauptgrund für diesen Schritt sind die hohen Logistikkosten in Portugal und die Kosteneinsparungen durch die Verlagerung“, begründete GM die Entscheidung. Seit Wochen hatten tausende GM-Mitarbeiter mit Warnstreiks und Protestaktionen erfolglos gegen die Schließung demonstriert.

Der Autobauer verschärft damit seinen Sparkurs in Europa. GM will in diesem Jahr das defizitäre Europa-Geschäft wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Erst Mitte Mai hatte GM im britischen Werk Ellesmere Port eine Schicht mit 900 Stellen gestrichen. Im vergangenen Jahr waren bei Opel in Deutschland 9000 Stellen weggefallen. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster hatte kürzlich insgesamt drei Werke in Europa in Frage gestellt. Der Betriebsrat fürchtet weitere Stellenstreichungen auch in Deutschland und sieht bis 2014 rund 30 000 Arbeitsplätze bei GM und angeschlossenen Zulieferern in Europa bedroht. Die geplante Allianz mit Renault/Nissan könnte nach Ansicht des Betriebsrates weitere Arbeitsplatzverluste nach sich ziehen.

Nach GM-Angaben sind im spanischen Saragossa die Kosten um 35 Mill. pro Jahr geringer. „Es gibt keine Alternative zu der Produktionsverlagerung“, sagte Forster. Der Autobauer erklärte sich bereit, an die portugiesische Regierung eine „angemessene Rückzahlung“ von Staatsbeihilfen zu leisten. Die Regierung hatte für den Fall einer Schließung die Rückforderung von 35 Mill. Euro angekündigt, die für das Werk an Subventionen gewährt wurden. Für die Mitarbeiter will GM einen Sozialplan ausarbeiten. Man werde gemeinsam mit der Regierung nach neuen Investoren für das Werk suchen.

Die ursprünglich für Ende Oktober geplante Schließung hatte GM um zwei Monate verschoben. „Die Kostenlücke konnte aber nicht geschlossen werden“, hieß es. Laut einer internen Studie seien die Kosten in Azambuja um 500 Euro pro Fahrzeug höher als in anderen Werken. Tausende Mitarbeiter in Belgien, Ungarn, Österreich, Spanien und im schwedischen Werk der GM-Tochter Saab hatten in den vergangenen Wochen gegen das Management protestiert. Im Opel- Stammwerk in Rüsselsheim hatten sich 5000 Arbeitnehmer an der Solidaritätsaktion beteiligt.

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