Ausbau der Netze
Powerplay der Stromkonzerne

Seit Monaten wird über die Zukunft des deutschen Stromübertragungsnetzes diskutiert, jetzt gehen die Energiekonzerne mit ehrgeizigen Plänen in die Offensive. RWE, Vattenfall und Eon wollen Milliarden in den dringend notwendigen Ausbau ihrer "Stromautobahnen" stecken. Damit erhöhen die Unternehmen den Druck auf Politik und Netzagentur.

BERLIN. Die Energiekonzerne gehen mit ehrgeizigen Plänen für den Ausbau ihrer Stromnetze in die Offensive. RWE will nach Informationen des Handelsblatts 2,2 Mrd. Euro in den Ausbau der "Stromautobahnen" stecken, bei Vattenfall sind es 2,5 Mrd. Euro. Entsprechende Anträge haben die Unternehmen bei der Bundesnetzagentur gestellt. In Branchenkreisen hieß es, auch Eon habe Investitionen in ähnlicher Größenordnung beantragt. Die Beträge beziehen sich auf Projekte, die ab 2009 begonnen werden.

Die Ankündigungen geben der Debatte um die Gründung einer deutschen Netz AG einen neuen Schub. Seit Monaten wird schon über die Zukunft des deutschen Stromübertragungsnetzes diskutiert. Auslöser sind Forderungen der EU-Kommission, die Energiekonzerne zur Abgabe ihrer Netze zu zwingen. Die Bundesregierung will den Unternehmen dagegen ihre Netze lassen.

Unstrittig ist, dass das Netz dringend ausgebaut werden muss, weil sich in Deutschland Stromerzeugung und Stromverbrauch geografisch auseinanderentwickeln. In küstennahen Bereichen hat es einen rasanten Zuwachs der Windkraftanlagen gegeben. Darüber hinaus soll in den nächsten Jahren eine Vielzahl leistungsstarker Windkraftanlagen im offenen Meer entstehen. Auch Gas- und Kohlekraftwerke werden vor allem im Norden der Republik errichtet. Der dort produzierte Strom muss in die Verbrauchszentren im Westen und Südwesten gelangen. Das Netz ist dieser Herausforderung kaum mehr gewachsen. Die Gefahr von Blackouts wächst.

Die Netzbetreiber reagieren darauf nun mit ihren Ausbauplänen. Bis Ende Juni mussten sie der Bundesnetzagentur ihre Investitionspläne zur Genehmigung vorlegen. Diese ist Voraussetzung dafür, dass die Betreiber ihre Investitionen auf die Netzentgelte umlegen können, die wiederum werden an die Stromverbraucher weitergereicht. Sie machen rund 30 Prozent des Endkundenpreises aus und liegen damit innerhalb Europas im oberen Drittel.

Die Vattenfall-Netztochter, die der Bonner Regulierungsbehörde nach eigenen Angaben Vorhaben von 2,5 Mrd. Euro meldete, arbeitet bereits an Projekten mit einem Volumen von 450 Mill. Euro. Bei der RWE-Netzgesellschaft summieren sich die geplanten Investitionen für den Bau neuer Netze auf 2,2 Mrd. Euro. Zusätzlich zu diesen bei der Bundesnetzagentur angemeldeten Investitionen will das Unternehmen nach eigener Aussage eine Mrd. Euro in die Erneuerung des bestehenden Netzes stecken.

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