Ausbau von Windparks
Spektakuläre Windkraftprojekte entstehen eher im Ausland

Deutschlands Windgemeinde schaute am 1. Februar dieses Jahres nach Mecklenburg-Vorpommern. Alle Blicke waren auf einen Flecken gerichtet, der etwa 500 Meter vor der Kaimauer des Rostocker Ölhafens liegt.

DÜSSELDORF. Im so genannten Breitling, wurde an diesem Tag die bundesweit erste Windturbine fertig, die wirklich in tieferem Wasser steht – eine Maschine vom Typ Nordex N90 mit einer Leistung von 2,5 Megawatt. Die Breitling-Maschine, die das Unternehmen Edisnatur Erneuerbare Energien betreibt, wird in diesem Jahr das wohl spektakulärste Projekt auf dem deutschen Windmarkt bleiben. Viele solcher Vorhaben haben Deutschlands Windmüller in nächster Zeit nicht zu feiern. Musste der deutsche Windmarkt im vergangenen Jahr mit installierten 1 808 Megawatt ein Minus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen, rechnen Windexperten wie das dänische BTM Consult-Büro mit einem weiteren Rückgang auf bis zu 1 200 MW im Jahr 2007. Die Ursachen: Weder die Nutzung der Windkraft auf See noch das so genannte Repowering, sprich der Ersatz älterer, kleinerer gegen moderne Mühlen, kommen richtig in Gang.

Dagegen rechnet BTM-Geschäftsführer Per Krogsgaard beim weltweiten Ausbau der Windkraft erstmals mit einem „deutlichen Überschreiten“ der 12 000-Megawatt-Marke. Auf eine genauere Prognose will sich der Däne nicht festlegen: „Für das vergangene Jahr hatte auch niemand mit 11 400 MW weltweit gerechnet, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von über 40 Prozent entsprach.“

Zusammen mit seinem Kollegen Birger Madsen gilt Krogsgaard seit Jahren als Orakel der internationalen Windbranche. Dank ihrer langjährigen Erfahrungen und der Tatsache, dass sie die ermittelten Zahlen aus mehreren Quellen bestätigt bekommen, genießen ihre Analysen und Prognosen einen hohen Stellenwert. Bis zum Jahr 2010 rechnen die beiden Windexperten nun in ihrem Ende März veröffentlichten „World Market Update“ mit einem jährlichen Wachstum beim Windkraft-Ausbau von durchschnittlich 16,4 Prozent. Für 2007 bedeutet das eine installierte Windleistung von gut 13 300 MW. Bis 2010 erwarten die Dänen rund 150 000 MW installierte Windkraft-Leistung weltweit, wovon 87 000 MW auf Europa entfallen. Auch Jörg Fischer, der bei der Bremer Landesbank die Gruppe Erneuerbare Energien leitet, sieht in der Windkraft in den nächsten Jahren „eine weltweit boomende Branche.“ Nennenswerte Einzelmärkte entstünden auf fast allen Kontinenten. Als Projektfinanzierer will das Bankhaus davon profitieren. Die Finanzierung von Windparks im Ausland sei in den Ländern einfacher, die den Windstrom nach Vorbild des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vergüten. „Das schafft einfach Planungssicherheit“, sagt der Banker.

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