Ausbildungsmarkt
Wirtschaft erwartet Lehrstellen-Rekord

Die Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit einem Rekord an neuen Lehrstellen.

HB BERLIN. Die Wirtschaft rechnet in diesem Jahr mit einem Rekord an neuen Lehrstellen. Erstmals seit sechs Jahren könnte im Herbst mit Beginn des Ausbildungsjahres die rechnerische Lehrstellenbilanz nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wieder ausgeglichen sein. „Wir werden ein dickes Plus bei den Ausbildungsverträgen haben“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Donnerstag in Berlin.

Die rechnerische Lehrstellenlücke werde sich „in Richtung Nulllinie“ bewegen. Den Unternehmen fehlten zusehends geeignete Bewerber. Die mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger bewerteten in einer Umfrage des DIHK über die Hälfte der Betriebe als Ausbildungshemmnis.

In Teilbereichen schränkt ein Fachkräftemangel bereits das Wachstum ein. „Der Rückenwind des Aufschwungs ist längst auf dem Arbeits- und dem Ausbildungsmarkt angekommen“, sagte Wansleben. In Technik-Bereichen „ist der Fachkräftemangel einfach da“, fügte er hinzu. „Das hat Wachstumsdämpfer.“

Der DIHK geht davon aus, dass die 2006 im IHK-Bereich verbuchte Rekordzahl von 337.000 neuen Ausbildungsverträgen um etwa fünf Prozent übertroffen wird. Angesichts rückläufiger Bewerberzahlen und guter Konjunktur sagte Wansleben einen schärferen Wettbewerb der Unternehmen um Auszubildende voraus.

Zugleich warnte er vor einer wachsenden Qualitätslücke, weil schwachen Schulabsolventen auch in Zukunft das Rüstzeug für eine Berufsausbildung fehle. Größtes Manko bei der Ausbildungsreife sei nach Ansicht der Betriebe ein geringes Ausdrucksvermögen der Jugendlichen, gefolgt von unzureichenden Rechenfertigkeiten.

Bis Ende Mai verzeichneten die Industrie- und Handelskammern etwa 12.000 mehr neue Lehrverträge als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die rechnerische Lücke zwischen der Zahl der noch suchenden Bewerber und der noch offenen Lehrstellen sei derzeit um rund 70.000 geringer als vor einem Jahr. Da die meisten Ausbildungsverträge erst im Sommer unterschrieben würden, könne die Bilanz mit Beginn des Lehrjahres Ende September nahezu ausgeglichen sein. Voriges Jahr betrug die Lücke noch 34.100.

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