Ausblick 2007
MAN glaubt an Lastwagen-Boom

Die MAN-Tochter MAN Nutzfahrzeuge will nach einem Rekordjahr 2006 im laufenden Jahr weiter zulegen. "2007 wird ein weiteres Rekordjahr für MAN Nutzfahrzeuge sein", kündigte Anton Weinmann, Chef der MAN-Nutzfahrzeugsparte, am Dienstag in München an.

dpa-afx MÜNCHEN. Umsatz und Absatz sollen gegenüber den Rekordwerten des Vorjahres um rund zehn Prozent wachsen und die Rendite weiter zulegen. An der Börse wurden die Zahlen positiv aufgenommen. Die MAN-Aktien bauten ihre Gewinne stiegen um 1,52 Prozent auf 85,44 Euro.

Beim Absatz peilt MAN Nutzfahrzeuge im laufenden Jahr nun rund 96 000 LKW und Bussen an, nach 87 160 im Vorjahr. Hinzu kommen 3 700 LKW, die MAN in seinem jüngst angelaufenen indischen Joint Venture mit Force Trucks produzieren will. Der Umsatz soll von 8,685 auf 9,5 Mrd. Euro steigen, die Umsatzrendite von 7,7 Prozent auf 8,5 Prozent. Der operative Gewinn dürfte damit von 670 auf mehr als 800 Mill. Euro steigen.

Guter Start INS Neue GeschÄFtsjahr

Zufrieden zeigte sich Weinmann mit dem Start ins neue Geschäftsjahr. In den ersten beiden Monaten des neuen Jahres seien bereits 13 410 LKW und Busse an die Kunden ausgeliefert worden - 36 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragseingang stieg um 38 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro. Damit hatte das Unternehmen Ende Februar 44 558 bestellte Nutzfahrzeuge in den Auftragsbüchern, 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Absatzziel von mindestens 100 000 LKW und 10 000 Bussen im Jahr 2010 rücke damit in greifbare Nähe, sagte Weinmann. Aufgrund der sich abzeichnenden Zuwachses gehe man inzwischen sogar davon aus, dieses Ziel ohne die bisher mit eingerechnete Produktion in Indien erreichen zu können.

Getragen wurde der Zuwachs in den ersten zwei Monaten fast ausschließlich vom LKW-Bereich, der von 8 943 um 40 Prozent auf 12 515 verkaufte Fahrzeuge zulegte. Der Bus-Absatz blieb mit 895 Bussen nach 889 im Vorjahreszeitraum dagegen nahezu unverändert, die Bus-Bestellungen gingen um 21 Prozent auf 1 170 Fahrzeuge zurück. Die Umsatzrendite sank in diesem Bereich um 0,5 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent und lag damit weit hinter den 8,8 Prozent der LKW-Sparte. "Das ist einen Rendite, die uns bei weitem nicht befriedigt", sagte Weinmann. Ziel sei es, "mittelfristig auch im Omnibus-Bereich eine ähnliche Umsatzrendite zu erreichen wie bei den LKW."

Zulegen konnte das Unternehmen im vergangen Jahr vor allem außerhalb seines europäischen Kernmarktes. Während der Absatz auf dem EU-Markt um zehn Prozent anstieg, legte er außerhalb der EU um 52 Prozent zu. Auch in den osteuropäischen EU-Ländern Polen, Tschechien, Rumänien und Bulgarien stieg der Absatz deutlich. In Zukunft setzt MAN daher vor allem auf Zuwächse in den Wachstumsregionen Osteuropa, Russland und Asien. Von den für 2010 angepeilten 100 000 LKW will das Unternehmen 37 000 außerhalb der EU absetzen, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr (18 000). In den 25 EU-Staaten ohne Rumänien und Bulgarien wird in den vier Jahren dagegen nur ein Anstieg von 62 000 auf 63 000 Fahrzeuge erwartet.

Um seine Wachstumsziele zu erreichen, will MAN auch sein Vertriebs- und Servicenetze weiter ausgebaut. Dafür sind im laufenden Jahr rund 100 Mill. Euro an Investitionen und mindestens zwölf neue Standorte geplant. Schwerpunkte sollen Polen, Russland, Frankreich und Großbritannien sein. Seinen Marktanteil in Europa will MAN bis 2010 von zuletzt 15,9 auf 18 Prozent ausbauen.

Werben für LKW-Allianz

Zuversichtlich zeigte sich Weinmann für die angestrebte Allianz mit dem schwedischen Konkurrenten Scania . "Der Zusammenschluss beider Unternehmen macht absolut Sinn. Ich bin optimistisch, dass er zustande kommen wird." Zu einem Zeitplan für die Gespräche mit Scania und dessen größten Aktionären Volkswagen und Investor wollte sich Weinmann nicht äußern. Die zwischen allen Beteiligten vereinbarte Abkühlungsphase nach den im Januar gescheiterten Übernahmeplänen laufe weiter.

Fortschritte gebe es dagegen bei den Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern über Möglichkeiten zur Produktivitätssteigerung. So sei man nach einer "Zwischenvereinbarung" für die Motoren-Entwicklung und -Produktion in Nürnberg auf sehr gutem Weg, sagte Weinmann. Auch an den anderen Standorten der Sparte gebe es entsprechende Gespräche. An seinem größten Standort München hatte sich MAN bereits mit den Arbeitnehmern auf eine Arbeitszeitverlängerung bei gleichzeitiger Beschäftigungsgarantie geeinigt. An dieser Zusage werde MAN auch nach einem möglichen Zusammenschluss mit Scania festhalten, fügte Weinmann hinzu.

MAN Nutzfahrzeuge ist die größte von vier Sparten des MAN-Konzerns. Im vergangenen Jahr entfielen zwei Drittel des Konzernumsatzes und gut 60 Prozent des operativen Gewinns der Gruppe auf die Nutzfahrzeugsparte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%