Ausblick 2011
Stahlindustrie glaubt Rekordwerte

Die Stahlindustrie strotzt vor Optimismus: Nach dem Ende der Wirtschaftskrise rechnen die Unternehmen im kommenden Jahr mit einem Anziehen der weltweiten Nachfrage auf Rekordniveau. Die deutschen Vertreter müssen aber aufpassen, die Party nicht zu verpassen.
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HB TOKIO/DÜSSELDORF. Wachstumstreiber seien vor allem China, Indien und Südamerika, teilte der Weltstahlverband am Montag in Tokio mit. In Europa legten die Bestellungen der Kunden zwar stärker zu als erwartet. Die Nachfrage bleibe dort aber wie auch in Deutschland mit den Branchengrößen Thyssen-Krupp und Salzgitter noch hinter dem Stand von 2007 zurück. Insgesamt werde sich das Nachfragewachstum 2011 verlangsamen.

In der japanischen Hauptstadt treffen sich noch bis Mittwoch Vertreter der Schwerindustrie zur Weltstahlkonferenz. Während 2009 die Wirtschaftskrise mit der Flaute bei wichtigen Kunden wie Autoindustrie und Maschinenbau auf die Stimmung drückte, dominiert in diesem Jahr die Zuversicht. Die weltweite Nachfrage nach dem Werkstoff werde 2011 um 5,3 Prozent auf den Rekordwert von 1,34 Mrd. Tonnen zulegen, erklärte der Verband. 2010 würden 1,27 Mrd. Tonnen nachgefragt. Das entspräche einem Plus von 13,1 Prozent. Bisher waren 8,4 Prozent erwartet worden.

Innerhalb Europas zieht das Geschäft vor allem in Deutschland an. Die Produktion legte von Januar bis August um 52 Prozent zu verglichen mit 38 Prozent in der EU. In der vergangenen Woche hatte sich bereits ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz zuversichtlich über die Entwicklung geäußert. Die Nachfrage aus Schlüsselbranchen wie Automobil- und Elektroindustrie sei sehr stark und werde wohl 2011 anhalten, erläuterte der Manager. Der Weltstahlverband sagt Deutschland für dieses Jahr bei der Stahlnachfrage ein Plus von 25 Prozent voraus, 2011 werde sie um weitere fünf Prozent auf 37 Mio. Tonnen steigen.

"Trotz der guten Entwicklung in diesem und voraussichtlich auch im nächsten Jahr kehrt auch der deutsche Stahlmarkt zunächst noch nicht zum Vorkrisenniveau zurück", erklärte die Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. In der EU wird dem Weltstahlverband zufolge die Nachfrage im kommenden Jahr ein Niveau von 75 Prozent des Jahres 2007 erreichen. Sorge bereiten der Branche steigende Rohstoff- und Energiekosten. Viele Kunden haben zudem ihre Lager wieder aufgestockt. Darüber hinaus laufen staatliche Konjunkturprogramme aus, von denen die Stahlschmieden profitiert hatten.

Dies gilt etwa für China - dem mit Abstand größte Stahlverbraucher der Welt. Die Volksrepublik wird den Angaben zufolge im kommenden Jahr 45 Prozent der weltweiten Produktion verschlingen. Das Wachstum der Nachfrage werde sich 2011 aber auf 3,5 Prozent von 6,7 Prozent in diesem Jahr verlangsamen.

Indien werde hingegen 2001 noch stärker wachsen als 2010 und hinter China sowie den USA der drittgrößte Stahlverbraucher der Welt sein.

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