Ausblick auf 2006
Chemie-Unternehmen bereiten sich auf Ende des Booms vor

Die deutsche Chemieindustrie sieht erste Anzeichen für eine allmähliche Abschwächung des zweijährigen Branchenbooms.

HB FRANKFURT. Deutschlands viertgrößter Industriezweig schraubt zwar seine Wachstumserwartungen für das laufende Jahr nach oben, unter anderem weil die Unternehmen mit stärkeren Preisanhebungen rechnen. Zugleich stellt er sich aber auf einen abgebremsten Aufschwung ein.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sagte am Dienstag für 2006 einen Anstieg des Branchenumsatzes von 4,5 Prozent voraus. Noch im Dezember lautete die Prognose auf ein Plus von lediglich 3,5 Prozent. Der Preisanstieg für Chemieprodukte wird nun mit 2 statt bislang 1 Prozent erwartet. Das Produktionswachstum wird sich nach Einschätzung des Verbandes auf 2,5 Prozent abschwächen, nachdem die Branche im vergangenen Jahr mit gut 7 Prozent den stärksten Zuwachs seit 20 Jahren erzielt hatte. Die traditionell exportstarke Branche hatte 2005 auch von einer merklichen Belebung des Inlandsgeschäfts profitiert. Sie erlebt seit Ende 2003 einen Aufschwung.

Als Hinweis auf ein Abflauen der Branchenkonjunktur sieht der VCI eine konjunkturtypische Verschiebung bei der Produktnachfrage. So werde das Wachstum verstärkt vom Absatz der Fein- und Spezialchemikalien getragen, nachdem bislang vor allem die Hersteller von Basischemikalien den Aufschwung spürten.

Auch wichtige Unternehmen der Branche äußern sich inzwischen vorsichtiger zu den Geschäftserwartungen. Der Leverkusener Bayer-Konzern etwa sieht für seine Kunststoffsparte härtere Zeiten kommen.

Der VCI betrachtet insbesondere den zu Jahresbeginn wieder gestiegenen Rohölpreis als Belastung für die Unternehmen. Der Verband weist außerdem darauf hin, dass Chemiekunden in Deutschland im vierten Quartal 2005 Vorräte angelegt hätten. Würden zunächst diese Lager abgebaut, werde sich das dämpfend auf das deutsche Chemiegeschäft auswirken.

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