Ausblick auf Quartalsbilanzen
US-Firmen hängen Europäer ab

Wenn es ums Geldverdienen geht, werden die US-Unternehmen ihre europäischen Konkurrenten in den kommenden Wochen in den Schatten stellen. Die Überschüsse jenseits des Atlantiks werden laut Prognosen weiter rasant steigen, während sie diesseits zu stagnieren drohen – das allerdings auf Rekordständen.

NEW YORK/DÜSSELDORF. US-Unternehmen werden nach Ansicht von Analysten im laufenden Jahr ihr Wachstum ungebrochen fortsetzen. „Die Hoffnung auf weiter zweistellige Wachstumsraten erscheint realistisch angesichts der starken Gesamtkonjunktur“, sagt Michael Thompson, Research-Chef des amerikanischen Finanzdatendienstes Thomson Financial.

Hingegen erwarten Experten, dass die Europäer Schwierigkeiten bekommen, an den guten Raten anzuknüpfen. Das zeichnet sich vor Beginn der Bilanzsaison zum ersten Quartal ab. Während die meisten europäischen Konzerne ihre Berichte erst nach Ostern abliefern, legt in den USA mit dem weltgrößten Aluminiumhersteller Alcoa am heutigen Montagder erste große Konzern seine Daten vor.

Von Thomson Financial befragte Analysten erwarten, dass die 500 Großunternehmen im Aktienindex Standard & Poor’s im ersten Quartal 10,4 Prozent mehr Nettogewinn eingefahren haben als im Vorjahreszeitraum.

Damit dürften die Gewinne der führenden US-Unternehmen im elften Quartal hintereinander mit zweistelligen Raten wachsen. Dies gelang der amerikanischen Wirtschaft seit 1950 nur einmal zwischen 1992 und 1995.

Wie in der Vergangenheit treiben die Ölmultis das Ertragswachstum an. Angesichts eines Ölpreises nahe dem Rekordhoch überrascht das nicht. Die Energiekonzerne dürften im ersten Quartal durchschnittlich um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Das hatten Exxon, Chevron und Co bereits 2004 geschafft.

Ab der zweiten Jahreshälfte prognostizieren die Bankexperten jedoch einen Stabwechsel: Dann werden ihrer Einschätzung nach Finanzkonzerne, Grundstoffhersteller (Chemie, Bau, Bergbau, Papier) und zyklische Konsumindustrien (Autos, Einzelhandel) die höchsten Gewinnsprünge schaffen. Die Energiebranche dürfte dagegen ins Hintertreffen geraten, sofern die Ölpreise nicht weiter steigen.

Experten wie Stephen Roach, Chefvolkswirt der Investmentbank Morgan Stanley, hegen jedoch Zweifel am erwarteten Führungswechsel. Roach sieht die straffere Geldpolitik der Zentralbanken in den Industrienationen als Risiko. Ein Warnsignal ist zudem, dass die Analysten ihre Erwartungen zuletzt kontinuierlich nach unten korrigierten. Grund dafür waren skeptische Äußerungen vieler Unternehmen. Prominente Enttäuschungen sind der Chiphersteller Intel und der Internetspezialist Google.

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