Ausblick
Maschinenbau am Scheideweg

Nach vier fetten Jahren steht der deutsche Maschinenbau am Scheideweg. Die Branche teilt sich eindeutiger denn je in Gewinner und Verlierer auf. "Wir haben bei den Auftragseingängen eine Spanne von plus 30 bis minus 50 Prozent", sagt der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Ralph Wiechers.

HB FRANKFURT. Während einige Unternehmen 2009 mit dem besten Jahr der Firmengeschichte rechnen, kämpfen viele andere bereits heute ums Überleben. Die breite Masse tappt aber im Dunkeln, was in den kommenden zwölf Monaten passiert.

Die Maschinenbauer sind vom Erfolg verwöhnt: Vier Jahre lang folgte Rekordwachstum auf Rekordwachstum. Selbst in diesem Jahr soll die Produktion noch um mindestens fünf Prozent steigen, obwohl die Bestellungen seit Mai regelrecht eingebrochen sind. Der VDMA begründet seinen anhaltenden Optimismus mit dem Blick in die Auftragsbücher, die so kurz nach der Boomphase weiterhin gut gefüllt sind. Vor allem deshalb rechnen die obersten Maschinenbauer im kommenden Jahr mit einem Verharren auf dem hohen, noch nie da gewesenen Produktionsniveau.

Doch wo früher bis zu zwei Jahre auf eine besonders begehrte Maschine gewartet wurde, gehen jetzt Stornierungen ein. Ein Beispiel ist Gildemeister aus der Nähe von Bielefeld. Der Weltmarktführer bei Werkzeugmaschinen hat in den vergangenen Monaten 100 Abbestellungen erhalten - eigentlich ein Katastrophenwert. Doch Glück im Unglück: Es fanden sich gleich neue Käufer. Vorstandschef Rüdiger Kapitza hat diese Erfahrung aber vorsichtig werden lassen. Eine Prognose für das kommende Jahr traut er sich nicht zu. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken gibt sich da konkreter: Er erwartet 2009 einen Produktionseinbruch von 15 Prozent.

Die Werkzeugmaschinen-Hersteller leiden insbesondere unter der Absatzflaute der Autoindustrie. Und damit sind sie nicht allein. Deutschland Vorzeige-Roboterhersteller KUKA musste jüngst eine Gewinnwarnung aussprechen, weil ein Getriebehersteller in die Pleite gerutscht war und eine dicke Rechnung noch nicht beglichen hatte.

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