Ausgang noch offen
MAN ist bei MTU wieder im Rennen

Nachdem der Münchener Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN im Rennen um den Dieselmotorenbauer MTU Friedrichshafen ausgeschieden war, ist er nun wieder dabei. Dafür musste ein anderer Bieter eine Niederlage einstecken.

HB FRANKFURT. MAN sei unter den drei letzten Bietern, sagte eine Sprecherin des Autokonzerns am Montag. „Für uns ist es entscheidend, dass in jeder Phase des Verkaufsprozesses für MTU Friedrichshafen hinreichend Wettbewerb besteht“, begründete sie die Entscheidung. Der Finanzinvestor CVC sei dagegen aus dem Bieterkreis ausgeschieden.

MAN hatte zunächst Branchenkreisen zufolge nur 1,1 Milliarden Euro für MTU geboten und deswegen vor zwei Wochen eine vorläufige Absage von Daimler-Chrysler bekommen. Die Stuttgarter haben den Preis nach Angaben aus informierten Kreisen mittlerweile auf 1,7 Milliarden Euro hochgeschraubt. „Wir sind wieder mit dabei. Wir haben aber unser Angebot nicht erhöht“, sagte ein MAN-Sprecher allerdings am Montag in München.

Neben MAN buhlen noch die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und die zur schwedischen Wallenberg-Gruppe zählende EQT um MTU. Die Schweden sind auch am Lkw-Bauer Scania beteiligt.

Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich KKR mit der Beteiligungsgesellschaft des Golf-Emirates Dubai verbündet. KKR und Dubai International Capital hätten 1,7 Milliarden Euro geboten, weshalb Daimler-Chrysler dem Konsortium „lieber heute als morgen“ den Zuschlag geben würde, hatte die „Stuttgarter Zeitung“ am Montag unter Berufung auf Insider berichtet. Der Autobauer hatte 2003 bereits den Münchener Turbinenhersteller MTU Aero Engines für 1,5 Milliarden Euro an KKR verkauft. Inzwischen ist das Unternehmen an der Börse notiert. Die beiden MTU-Firmen haben rechtlich nichts miteinander zu tun, besitzen aber die gleichen Wurzeln.

„Daimler-Chrysler geht es nur noch um den höchsten Erlös“, zitierte die "Stuttgarter Zeitung" den MTU-Betriebsratschef Karl-Heinz Wulle. Die Gefahr einer Zerschlagung sei bei einem Verkauf an einen Finanzinvestor groß. Dem Angebot von KKR und Dubai zufolge solle der US-Investor zunächst 51 Prozent an MTU übernehmen, 49 Prozent sollten an Dubai gehen, berichtete die Zeitung. Bald darauf werde KKR 60 Prozent übernehmen. Das habe KKR-Europachef Johannes Huth angedeutet. Daimler-Chrysler-Strategiechef Rüdiger Grube selbst habe vorgeschlagen, Dubai mit ins Boot zu holen.

MTU stellt unter anderem Dieselmotoren für die Marine her und hat im vergangenen Jahr 1,35 Milliarden Euro umgesetzt. Zum Verkauf stehen zudem die konsolidierten und nicht-konsolidierten Einheiten von MTU. Dazu gehören auch andere so genannte Off-Highway-Aktivitäten von Daimler wie die US-Tochter Detroit Diesel mit zusätzlich mehr als 400 Millionen Euro Umsatz. Im Bereich Off-Highway sind Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Motoren und Antriebssystemen für die Anwendungsbereiche Schiff, Energiesysteme sowie Industrie einschließlich Bahn und militärischer Fahrzeuge zusammengefasst. Wegen der militärischen Bedeutung von MTU hat auch die Bundesregierung in der Sache interveniert. Sie kann einen Verkauf verhindern.

Daimler will mit dem Buchgewinn aus der MTU-Veräußerung einen Großteil der noch dieses Jahr anfallenden Belastungen aus dem geplanten Abbau von 8 500 Stellen bei Mercedes in einer Gesamthöhe von 950 Mill. Euro kompensieren. Der überwiegende Teil des Stellenabbaus soll nach Willen von Daimler im laufenden Jahr über die Bühne gehen.

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