Ausgangspunkt war Umsetzung des Tarifabschlusses
Opel verhandelt in aller Stille

Während bei VW der Tarifkonflikt lautstark ausgetragen wird, verhandelt der Autobauer Opel seit Dienstag in aller Stille über einen „Zukunftsvertrag“ für die deutschen Werke.

HB RÜSSELSHEIM. Am Abend wollten sich nach Angaben des Unternehmens der neue Vorstandschef der Adam Opel AG, Hans Demant, Arbeitsdirektor Norbert Küpper und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz zu ersten Gesprächen nach den Werksferien treffen. Auf der Agenda steht ein komplexes Themenpaket, das von einer möglichen Standort- und Beschäftigungssicherung bis hin zu deutlichen Kostensenkungen reicht.

Der Betriebsrat fordert den Verzicht auf Kündigungen bis 2010. Der frühere Opel-Chef und neue Präsident von General Motors (GM) Europa, Carl-Peter Forster, hatte solche Zusagen jedoch mehrfach für unmöglich erklärt. Unklar ist derzeit noch, inwieweit Geschäftsleitung und Arbeitnehmer die Auseinandersetzung in der Öffentlichkeit austragen wollen. Zuletzt war die Frist für einen Kompromiss in gegenseitigem Einvernehmen auf Ende Oktober verschoben worden. „Beide Seiten haben sich den Zwang zur Einigung auferlegt“, sagte Franz der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Ausgangspunkt der Gespräche war die Umsetzung des Tarifabschlusses in der Metall- und Elektroindustrie. In den vergangenen Wochen wurden sie dann von der bevorstehenden Umstrukturierung im Europa-Geschäft von GM überschattet, zu dem neben Opel auch Saab und Vauxhall gehören. Außerdem hatte die Entscheidung, einen Teil der Produktion des Kompakt-Vans Zafira von Bochum nicht ins Stammwerk Rüsselsheim, sondern ins polnische Gliwice zu verlegen, für Unruhe gesorgt. Der hochmoderne Rüsselsheimer Standort ist derzeit nicht ausgelastet, in der Produktion gilt bis Ende des Jahres eine 30-Stunden-Woche bei teilweisem Lohnausgleich. Franz sprach sich dafür aus, das Arbeitszeitmodell fortzusetzen.

Der Autokonzern unterhält in Deutschland Produktionswerke in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach sowie eine Motoren- und Komponentenfertigung in Kaiserslautern. Die Zahl der Mitarbeiter liegt bei 32 000. Die Adam Opel AG schrieb 2003 operative Verluste in Höhe von 384 Millionen Euro und steht unter hohem Kostendruck. Noch nicht entschieden ist, ob und wo ein neues Oberklassenmodell gebaut werden soll, das im vergangenen Jahr als Studie unter dem Namen „Insignia“ vorgestellt wurde. Ein Opel-Sprecher betonte am Dienstag, das Fahrzeug könne wenn überhaupt nur im Verbund mit dem GM-Konzern in Serie gehen.

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